Impfpflicht: Nun sind auch die Erwachsenen dran

15 Prozent der Erwachsenen sind nicht gegen Masern geimpft. Sie besitzen also keinen wirksamen Schutz vor der Infektionskrankheit und gefährden damit sich und Andere. Welche Argumente aus Sicht der Ärztekammern für eine Ausweitung der Impfpflicht sprechen.

Ärzte sind bei der Aufklärung von Erwachsenen und der Durchsetzung der Impfpflicht gefragt.

 

Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Kinder eine Impfpflicht notfalls auch unter Androhung von Strafen fordert, dehnen Ärzte diese Forderung nun aus. Auch für Erwachsene sollte es eine Pflicht zur Masern-Impfung geben. Dies fordern die Ärztekammern Sachsen und Sachsen-Anhalt auf Nachfrage des MDR-Magazins „Hauptsache Gesund“. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind im bundesdeutschen Schnitt 15 Prozent aller Erwachsenen der Geburtsjahrgänge 1970-1993 nicht immun gegen Masern.

Um die Masern ausrotten zu können, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), mindestens 95 Prozent der Bevölkerung zu immunisieren. Dies strebt auch die Bundesregierung an. Daher spricht sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine Impfpflicht bei Kindern aus.

 

Eltern müssen mit gutem Beispiel voran gehen

Dazu der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer Erik Bodendieck:

„Die Impfpflicht für Kinder ist ein erster wichtiger Schritt zum Eliminieren dieser gefährlichen Erkrankung. Auch für ausgewählte Personengruppen im Erwachsenenalter ist diese zu begrüßen. Aus unserer Sicht sollte es in der Allgemeinbevölkerung ebenso eine Impfflicht generell für alle Erwachsenen geben, die entweder nicht geimpft sind oder einen Schutz nicht nachweisen können.“

 

Betriebsärzte sind gefragt

Allerdings ist es fraglich, ob sich eine Verpflichtung der Erwachsenen zur Impfung rechtlich umsetzen ließe, meint Tobias Brehme. Er ist Pressesprecher der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Brehme sagt:

„Zuvor sollten andere Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. So könnten größere Betriebe ihre Mitarbeiter über die Betriebsmediziner für Impfungen sensibilisieren, aufklären und das Impfen übernehmen. Auch die Gesundheitsämter könnten Impfungen und Beratungen anbieten und sich so für eine höhere Impfquote einsetzen.“

 

Foto: Shutterstock

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