3. September 2019, 08:30
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Krankenkasse: Nur jeder Dritte weiß um Wechselrechte

Drei von fünf Deutschen wissen nicht, dass sie bei einem Arbeitgeberwechsel in der Regel direkt ihre Krankenkasse wechseln können. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von CHECK24 hervor.

GKV Krankenkasse in Krankenkasse: Nur jeder Dritte weiß um Wechselrechte

Seit einem Urteil des Bundessozialgerichts (Aktenzeichen B 1 KR 10/18 R) im September 2018 ist ein Wechsel der GKV für pflichtversicherte Arbeitnehmer bei einem Jobwechsel auch ohne Kündigung möglich.

Wann Versicherte wechseln dürfen

Dazu muss dem neuen Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach Beginn des Beschäftigungsverhältnisses nur eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse vorgelegt werden.

Voraussetzung ist zudem, dass der Arbeitnehmer die Bindungsfrist bei seiner aktuellen Krankenkasse gewahrt hat und nicht mehr als 60.750 Euro brutto im Jahr verdient.

“Gesetzlich Versicherte können grundsätzlich nach 18 Monaten Mitgliedschaft ihre Krankenkasse wechseln”, sagt Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. “Es gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende.”

Jobwechsel: Bindungsfrist an die Krankenkasse – egal ob neu oder alt – beginnt von neuem

Ist ein Arbeitnehmer seit mindestens 18 Monaten Mitglied seiner aktuellen Krankenkasse und wechselt seinen Arbeitgeber, hat er in der Regel ein “sofortiges Krankenkassenwahlrecht”.

Wichtig: Mit diesem Wahlrecht beginnt die 18-monatige Bindungsfrist von neuem – egal, ob der Arbeitnehmer sich für eine neue Kasse entscheidet (aktive Wahl) oder Mitglied seiner bisherigen Kasse bleibt (passive Wahl). Ein Wechsel innerhalb der Frist ist dann nur durch ein Sonderkündigungsrecht möglich, z. B. wenn die Kasse den Zusatzbeitrag erhöht.

“Wer sein Wechselrecht nicht nutzt, der bindest sich für weitere 18 Monate an die Krankenkasse”

“Wer einen neuen Job nicht für den Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung nutzt, bindet sich für weitere 18 Monate an seine bisherige Krankenkasse”, sagt Dr. Ansgar Lamersdorf. “Das ist vielen gesetzlich Versicherten nicht bewusst.”

 

Foto: Shutterstock

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