Riester-Rente reloaded

Die Riester-Rente feiert ihren 18-ten Geburtstag, aber viel Freude kommt nicht auf: Das Produkt leidet aufgrund der komplexen Förderbedingungen an erheblichen Geburtsfehlern. Sehr ärgerlich für alle Beteiligten sind etwa die häufigen und oft auf Unverständnis stoßenden Teilrückforderungen bereits ausbezahlter Zulagen.

Der Erfolg der Riester-Rente wird noch immer durch schwere organisatorische Abläufe erschwert – das soll sich ändern.

Die Riester-Rente wird aber oft auch zu Unrecht kritisiert. So glauben viele, die nachgelagerte Besteuerung bevorzuge Besserverdiener, übersehen dabei aber deren höhere Besteuerung in der Auszahlungsphase. Die Diskussion wird zudem flankiert vom Unbill der aktuellen Niedrigzinsphase, die das Sparen auch außerhalb von Riesterverträgen immer unattraktiver macht.

Hinzu kommt die Diskussion um ein neues Modell, in dessen Mittelpunkt ein staatlich organisierter „Vorsorgefonds“ steht („Deutschland-Rente“). Im Ergebnis wird in einem hitzigen Klima eine oft unwürdige Diskussion um das Für und Wider der Riester-Rente sowie deren Reform oder gar Abschaffung geführt.

Die Riester-Rente sollte daher dringend von ihren Fesseln befreit werden – ohne die private Altersvorsorge völlig neu zu erfinden. Eine empirica-Studie im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge diskutiert dazu verschiedene Vorschläge. Deren Ziel ist es, die größten Ärgernisse und Hemmnisse für die Sparer zu beseitigen, eine Senkung der Verwaltungskosten und damit höhere Erträge zu ermöglichen sowie die organisatorischen Abläufe erheblich zu vereinfachen. (fm)

Foto: Shutterstock

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