22. August 2019, 12:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Risikolebensversicherung: Raucher zahlen ordentlich drauf

Wer einen Baukredit abzahlt oder Alleinverdiener der Familie ist, für den kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Die Versicherung zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Finanztip hat die Preise für 30 Musterkunden für verschiedene Laufzeiten, Berufe und Hobbys abgefragt. Für eine Versicherungssumme von 200.000 Euro über 20 Jahre lagen die Beiträge meist zwischen 100 bis 400 Euro im Jahr – in einigen Fällen verlangten Anbieter aber mehr als 1.000 Euro. 

Rauchen in Risikolebensversicherung: Raucher zahlen ordentlich drauf

Über den Preis der Versicherung entscheiden persönliche Merkmale, die der Versicherer als Risiko einstuft, früher zu sterben. „Raucher zahlten in unserer Untersuchung beispielsweise mehr als doppelt so viel wie Nichtraucher“, sagt Julia Rieder, Versicherungsexpertin bei Finanztip. Doch jede Versicherung bewertet Merkmale wie Alter, Hobbys und Beruf anders.

Um einen günstigen Anbieter für die persönliche Situation zu finden, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher daher Preise vergleichen. In der Untersuchung von Finanztip schnitten Hannoversche, Huk24 und Europa am besten ab. Auch die Cosmosdirekt war im Schnitt günstig, zeigte in einigen Fällen aber deutliche Preisausreißer. Deshalb sollten Verbraucher deren Angebot immer mit dem eines weiteren Versicherers vergleichen.

Empfehlenswert ist meist eine feste Versicherungssumme

Der Klassiker, um die Familie abzusichern, ist eine Risikolebensversicherung mit gleichbleibender Summe. Liegt die Versicherungssumme bei 200.000 Euro, wird genau diese Summe ausgezahlt, egal zu welchem Zeitpunkt der Vertragslaufzeit der Versicherte stirbt. Es gibt auch Varianten mit fallender Versicherungssumme – zum Beispiel für Baukredite.

Dabei sinkt die Summe im gleichen Maße wie die Restschuld des Kredits. Finanztip empfiehlt jedoch, eher eine feste Summe zu vereinbaren und gegebenenfalls den Vertrag anzupassen.

Bei der Versicherungssumme nicht zu sparsam sein

Die Höhe der Versicherungssumme bei Krediten sollte mindestens die Restschuld abdecken. „Geht es Ihnen darum, die Familie abzusichern, überschlagen Sie, wie viel Geld monatlich fehlt, falls der Partner stirbt. Bedenken Sie dabei das Einkommen des Partners sowie bereits vorhandenes Vermögen“, sagt Rieder.

Ein Beispiel: Braucht die Familie im Todesfall jeden Monat 1.000 Euro und soll über 20 Jahre abgesichert werden, wird eine Versicherungssumme von etwa 240.000 Euro benötigt. Rieder rät, die Versicherungssumme lieber großzügig anzusetzen – denn die Summe lasse sich problemlos senken, anheben sei aber nicht immer möglich.

Einzelne Verträge sind flexibler

Für Verheiratete gibt es die sogenannte „verbundene Leben“, das ist ein gemeinsamer Vertrag. „Mit einzelnen Verträgen sind Sie aber flexibler, was die Laufzeit und die Versicherungssummen angeht“, rät Rieder.

Nicht verheirateten Paaren empfiehlt Rieder eine Über-Kreuz-Versicherung: „Bei dieser Variante bekommen Sie von Ihrer eigenen Versicherung Geld, wenn der Partner stirbt. Wären Sie lediglich Begünstigter im Vertrag des Partners, würde hingegen Erbschaftssteuer fällig werden.“

Ausreichend lange Laufzeit wählen

Je kürzer die Versicherung läuft, desto günstiger ist sie. Trotzdem sollte der Vertrag solange laufen, wie die Absicherung nötig ist – etwa bis der Kredit abgezahlt ist. „Schlagen Sie lieber ein paar Jahre drauf“, sagt Rieder. Kündigen ist meist einfacher, als die Laufzeit zu verlängern.

Rieders Tipp: „Seien Sie ehrlich bei den Gesundheitsfragen! Im schlimmsten Fall muss sich Ihre Familie sonst mit der Versicherung rumärgern.“

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

LV1871: Grundrente löst Problem der Altersarmut nicht

Nach monatelangem Streit hat das Bundeskabinett heute die Grundrente beschlossen. Rund 1,3 Millionen Bundesbürger mit kleinen Renten sollen ab 2021 einen Aufschlag auf ihre Rente erhalten. Doch: Die Grundrente löst das Problem der Altersarmut nicht nachhaltig.

mehr ...

Immobilien

Mehrheit der Deutschen findet: Es wird zu wenig gebaut

Mehr als zwei Drittel der Deutschen (71 Prozent) finden, dass zu wenig Wohnraum geschaffen wird. Als größte Hindernisse sehen sie neben zu hohen Baukosten, einem Mangel an Bauland und zu strengen Bauvorschriften fehlende staatliche Anreize und einen Fachkräftemangel im Handwerk. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Teilnehmern hervor, die Statista im Auftrag von Interhyp durchgeführt hat.

mehr ...

Investmentfonds

Check24: Banker nehmen die höchsten Kredite auf

Wer in der Finanz- und Versicherungsbranche arbeitet, leiht sich im Schnitt am meisten Geld. Banker und Versicherungskaufleute nehmen durchschnittlich Kredite in Höhe von 15.434 Euro auf. Das sind 25 Prozent mehr als in der letztplatzierten Branche.

mehr ...

Berater

Einkommen: Akademiker überholen Menschen mit Ausbildung spät

Ein Studium hat sich laut einer neuen Studie gegenüber einer Ausbildung finanziell erst mit Mitte 30 gelohnt. Bis zu einem Alter von 35 verdienten Menschen mit Ausbildung in ihrem bisherigen Arbeitsleben insgesamt durchschnittlich mehr als Akademiker.

mehr ...

Sachwertanlagen

Medienbericht: P&R-Gründer Heinz Roth verstorben

Heinz Roth, der Gründer des insolventen Containeranbieters P&R, ist einem Bericht zufolge schon Mitte Dezember letzten Jahres im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. 

mehr ...

Recht

BGH: Händler haftet nicht für Kundenbewertungen auf Amazon

Ein Händler haftet grundsätzlich nicht für Kunden-Bewertungen auf Amazon. Dies entschied am Donnerstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Damit unterlag in letzter Instanz der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW), der erreichen wollte, dass Bewertungen zu einem Tape gelöscht werden.

mehr ...