„Seit 20 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit“

Die Barmenia Versicherungen wurden schon 2008 mit einem Sonderpreis beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Jetzt wurde der Wuppertaler Versicherungsverein aufgrund seiner nachhaltigen Aktivitäten sogar zum „wertvollsten Unternehmen“ der Versicherungsbranche gekürt. Cash. sprach mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten Stephan Bongwald.

Stephan Bongwald, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Barmenia Versicherungen, Wuppertal

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Barmenia?

Bongwald: Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass wir wirtschaftlich handeln, soziale Verantwortung übernehmen und umweltbewusst agieren. Diese drei Dimensionen müssen dabei zusammen betrachtet werden und nicht losgelöst voneinander. Nur so ist es möglich, eine Gleichrangigkeit herzustellen.

Bereits 2008 erhielt die Barmenia den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für den Vertrieb. Wie nachhaltig sind Sie heute aufgestellt?

Bongwald: Wir werden von vielen Experten als einer der Vorreiter in der Versicherungsbranche gesehen. Seit fast zwanzig Jahren beschäftigen wir uns mit diesen Themen, ich persönlich seit dem Jahr 2008. Seit 2012 agiere ich in der Funktion des Nachhaltigkeitsbeauftragten.

Es gibt vieles, was wir ausprobiert und erreicht haben, und wir können stolz darauf sein, dass wir vorausgegangen sind. Die Nachhaltigkeitsberichte waren gut geeignet, unsere Weiterentwicklung transparent aufzuzeigen.

Seit dem Jahr 2017 sind viele Banken und Versicherungen verpflichtet, sogenannte nichtfinanzielle Informationen zu veröffentlichen. Da wir uns viel Wissen angeeignet haben, sind wir auch Mentor des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes und haben in diesem Jahr mitgewirkt, ihn weiterzuentwickeln.

Zahlt sich das Engagement auf Image und Marke aus?

Bongwald: Die Erschließung neuer Zielgruppen war nicht das primäre Ziel. Wir sehen als Unternehmen die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und wollen diese aktiv wahrnehmen. Unser Vorstand setzt sich aktiv dafür ein und lässt den Mitarbeitern kreativen Gestaltungsspielraum.

Die verantwortungsvolle Kapitalanlage und die CO2-Neutralität sind Beispiele für Ziele, die vom Vorstand festgelegt wurden. Die Mitarbeiter hatten aber kreativen Gestaltungsspielraum zur Umsetzung. Diese Herangehensweise schafft eine positive Grundstimmung und in allen Bereichen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung.

Sie bekennen sich zu den Prinzipien des verantwortlichen Investierens der Vereinten Nationen. Wie viel Prozent der Kapitalanlagen sind mittlerweile nachhaltig investiert?

Bongwald: Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex fragt in seinen Kennzahlen nach dem Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt oder sozialen Faktoren durchlaufen. Wir haben diesen Wert ermittelt und veröffentlichen ihn jährlich in unseren nichtfinanziellen Berichten.

Für den Barmenia-Konzern lag dieser für das Jahr 2018 bei 82 Prozent (Barmenia Krankenversicherung a. G. bei 81 Prozent und Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG bei 92 Prozent) und bei der Barmenia Lebensversicherung a. G. bei 88 Prozent.

Dabei muss man aber wissen, dass derzeit die Bewertung von Immobilien nahezu unmöglich ist und es kaum bis keine Differenzierungsmerkmale gibt, außer vielleicht Gebäude-Zertifizierungen, die aber auch geografisch begrenzt sind.

 

Seite 2: „Wir investieren nicht mehr in Unternehmen, die gegen die Prinzipien des Global Compact verstoßen“

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