3. September 2019, 10:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Veränderung beginnt von innen“

Die GHV Darmstadt wird zur GHV – die Versicherungsmanufaktur für Mensch, Tier und Natur. Doch die Namensänderung ist mehr als eine strategische Neuausrichtung. GHV-Vorstandsvorsitzender Hans-Gerd Coenen erklärt im Gespräch mit Cash., wie einer alten Marke neues Leben eingehaucht wird und warum Berater und Vermittler durch die Digitalisierung gewinnen.

 in „Veränderung beginnt von innen“

GHV-Vorstandsvorsitzender Hans-Gerd Coenen

Im Sommer vergangenen Jahres hatten Sie in einem Interview mit Cash. eine komplette Überarbeitung der IT-Landschaft angekündigt. Mittlerweile ist mehr daraus geworden. Die GHV Darmstadt heißt nun GHV – die Versicherungsmanufaktur für Mensch, Tier und Natur. Nur eine Namensänderung? Oder steckt mehr dahinter?

Coenen: In der Tat steckt mehr dahinter: die komplett neue strategische Ausrichtung der GHV. Im letzten Jahr haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Zum Jahresanfang begannen wir mit dem Aufbau der digitalen Versicherungsmanufaktur. Dahinter verbirgt sich eine cloudbasierte, vollumfängliche IT-Lösung. Die GHV-Cloud kann mehr als Vertragspolicierung, -verwaltung und Schadenbearbeitung. Sie bildet alle Prozesse digital ab.

Dazu entwickeln wir die passenden Produkte für Zielgruppen, die ein entsprechend großes Potenzial für Vermittler haben. Unsere neuen Versicherungslösungen für private Tierhalter bieten wir seit Juni online auf ghv-versicherung.de an. Eine Anbindung für Vermittler erfolgt noch vor der DKM.

Wie wird aus einem Versicherer eine Versicherungsmanufaktur? Und was macht den Unterschied zwischen der Versicherungsmanufaktur der GHV und einem „herkömmlichen“ Versicherer? Denn mittlerweile steckt ja die gesamte Versicherungsbranche nicht nur im digitalen Umbruch.

Coenen: Die Versicherungsmanufaktur steht für das, was wir sind: ein kleines, agiles und spezialisiertes Unternehmen. Wir kennen unsere Kunden. Für sie entwickeln wir Versicherungslösungen, mal ganz traditionell, ein Underwriting mit Stift und Papier, oder eben in einem ganzheitlichen digitalen Prozess.

Aber immer mit Hand und Verstand. Digitalisierung ist für uns nicht nur ein Schlagwort zur Optimierung von Prozessen und zur Reduzierung von Verwaltungskosten, sondern zur Gewinnung von Beratungszeit für uns als Versicherer, aber auch für die Vermittlerschaft zur Intensivierung der Beratung.

Sie hatten die GHV in einem Interview einmal als Start-up mit 111-jähriger Erfahrung bezeichnet. Wie gelingt es, einer so altehrwürdigen Marke neues Leben einzuhauchen? Immerhin haben Sie vor wenigen Wochen einen German Brand Award gewonnen.

Coenen: Veränderung beginnt von innen, also bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Startschuss unserer Neuausrichtung war eine interne Strategiepräsentation. Darin wurde unsere neue Markenidentität erlebbar. Wir haben unsere Mitarbeiter durch nachvollziehbare Erklärungen abgeholt und auf den umfangreichen Änderungsprozess vorbereitet.

Erst nach dem internen Launch wurde das neue Bild der GHV entwickelt und nach außen getragen. Ich bin stolz auf mein Team. Der Wille zur Veränderung, die Souveränität und die Fähigkeit, schnell gemeinsame Lösungen zu fällen, ist beeindruckend.

Dazu kommt, dass unser Gründungszweck, die Existenzsicherung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, heute genauso wichtig ist, wie vor 100 Jahren. Unsere Herkunft ist immer noch lebendig.

Die Mitarbeiter kommen teilweise selbst aus der Landwirtschaft und dem Gartenbau beziehungsweise sind dem ländlichen Raum und sind der Natur verbunden. Das spürt man und das macht die Lebendigkeit unserer Marke aus.

Neben Ihrem neuen Markenkonzept bieten Sie zudem einen Rundum-sorglos-Schutz für private Tierhalter an. Worin unterscheidet sich Ihr Konzept von den anderen am Markt erhältlichen Produkten?

Coenen: Der Rundum-sorglos-Schutz umfasst für das Tier eine Kranken- oder OP-Versicherung und für den Tierhalter die Tierhalterhaftpflicht sowie eine Unfallversicherung. Sie sind mehr als zusammengefasste Einzellösungen.

Sie sind aufeinander abgestimmt. Entsprechend der persönlichen Bedarfssituation des Kunden kann zwischen der leistungsorientierten Basisabsicherung bis hin zum allumfassenden Premiumschutz gewählt werden.

 

Seite 2: Über Zielgruppen und Vorteile

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...