Buschbrände: Politiker fordern Aussetzen des „Dschungelcamps“

Mindestens 26 Menschen und über eine Milliarde Tiere sind bei den Buschbränden in Australien bereits ums Leben gekommen. Die Schäden haben sich auf mehrere hundert Millionen Euro summiert, teilten australische Versicherer mit. Deutsche Politiker fordern nun, angesichts dieser Naturkatastrophe das diesjährige „Dschungelcamp“ auf RTL auszusetzen.

Die Buschbrand-Saison begann in diesem Jahr ungewöhnlich früh, wofür Wissenschaftler den Klimawandel mitverantwortlich machen.

Bislang seien im Zusammenhang mit den Feuern Schadensmeldungen in Höhe von 700 Millionen australischen Dollar (435 Millionen Euro) eingegangen, erklärte der Rat der Versicherungen von Australien am Dienstag. Demnach gab es fast 9.000 Schadensmeldungen. Es wird aber erwartet, dass die Zahl noch deutlich steigt.

Nun fordert die Medienexpertin der Union im Bundestag RTL auf, das „Dschungelcamp“ wegen der heftigen Buschbrände auszusetzen. „In Australien brennen die Wälder, ein ganzer Kontinent leidet unter dem Feuer. Menschen und Tiere sterben, viele verlieren ihre Häuser. Die Umwelt wird großflächig zerstört. Dies ist nicht die geeignete Szenerie für eine leichte Unterhaltungssendung wie das ‚Dschungelcamp'“, teilte die medienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, die Bremer Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann, am Donnerstag mit.

„Tanz auf dem Vulkan“ 

„Die breit geführte, emotionale Debatte bei uns zeigt, dass viele Menschen es als hochgradig geschmacklos empfänden, wenn RTL das ‚Dschungelcamp‘ dennoch aus Australien ausstrahlen würde.“ Sie empfehle dem Sender daher, „das ‚Dschungelcamp‘ dieses Jahr nicht in Australien durchzuführen“. Die Entscheidung müsse der Sender als privates Medienunternehmen aber selbst treffen.

Zuvor hatte bereits der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach an den Sender appelliert, das „Dschungelcamp“ nicht zu veranstalten. „Ich finde es angemessen, während dieser Brände die Sendung ‚Dschungelcamp‘, die ich persönlich aber auch grundsätzlich entbehren könnte, dort nicht weiter zu drehen“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte der „Bild“-Zeitung. Das Ganze erinnere an den „Tanz auf dem Vulkan“. (kb/dpa-AFX) 

Foto: Picture Alliance 

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