„Wir wollen, dass der Siegeszug dieser digitalen Erfolgsgeschichte weitergeht“

Foto: Fotobonn/C. Daitche
Carsten Maschmeyer und Stephen Voss im Gerling-Quartier in Köln

Der Unternehmer und Ex-AWD-Vorstandsvorsitzender Carsten Maschmeyer ist mit der von ihm gegründeten Venture-Capital-Firma Alstin Capital bei Neodigital eingestiegen. Mit ihm als Partner will sich der digitale Sachversicherer und Dienstleister deutlich breiter aufstellen. Cash.-Redakteur Jörg Droste traf Carsten Maschmeyer und Neodigitalvorstand Stephen Voss und sprach mit ihnen über den Einstieg, ihre Pläne und die Folgen der Coronapandemie für die digitale Transformation und den deutschen Versicherungsmarkt. und Neodigitalvorstand Stephen Voss und sprach mit ihnen über den Einstieg, ihre Pläne und die Folgen der Coronapandemie für die digitale Transformation und den deutschen Versicherungsmarkt.

Herr Voss, wir haben uns vor eineinhalb Jahren erstmals unterhalten und da waren Sie mit Neodigital gerade ein Jahr im Markt. Wie wirkt sich die Coronapandemie auf Neodigital aus?

Voss: Es läuft besonders gut. Aktuell stehen wir deutlich besser da, als wir das zu diesem Zeitpunkt im Jahr geplant hatten. Ich möchte uns jetzt nicht als Pandemie-Gewinner darstellen, das wäre nicht fair. Aber dadurch, dass wir komplett digital aufgestellt sind, haben wir schon gemerkt, dass die anfängliche Distanz auch von klassischen Maklern, die mit dem digitalen Medium Schwierigkeiten hatten, gewichen ist.

Zudem sehen wir auch eine Verlagerung zu den Plattformen und Medien, die digitale Abschlüsse zulassen. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass klassische analoge Makler durch die Kontaktbeschränkungen vor Herausforderungen standen, die sie nicht mehr bewältigen konnten. Deren Kunden haben stattdessen online abgeschlossen. Nach der generellen Delle im Markt Anfang März hat sich das Geschäft über die digitalen Plattformen wieder aufgebaut.

Wir haben jetzt schon über 150.000 Kunden. Allein die letzten Wochen waren es pro Woche rund 3.000 bis 3.500 Neukunden. Der Neukundenzuwachs liegt bereits bei 14.000 pro Monat. Und den können wir nur mit 34 Leuten verarbeiten. Da müssen Sie voll digital aufgestellt sein, sonst funktioniert das nicht.

Wir haben jeden Tag ein bis zwei Releases. Ein normaler Versicherungskonzern hat vier im Jahr. Und wir investieren momentan gut 6.000 Mann-Tage jedes Jahr in die Weiterentwicklung der Technik. Und bisher waren wir nur in den Sparten, Privathaftpflicht, Hausrat, Unfall, Handy und Fahrradversicherungen aktiv.

Welchen Anteil an dem Erfolg haben die digitalen Plattformen und was steuert der menschliche Vertrieb zu diesem Ergebnis hinzu?

Voss: Das hat sich in den letzten Monaten nochmals deutlich potenziert. Rund zehn Prozent kommen über den Menschen und 90 Prozent über Plattformen, Vergleichsplattformen wie Check 24 sowie Makler-Vergleichsrechner. Das sah vor eineinhalb Jahren anders aus.

Haben Sie eine solche Wendung erwartet?

Voss: Wir hatten schon damit gerechnet, dass die Plattform einen deutlich größeren Anteil hat als der Faktor Mensch. Aber dass es zu solch einer Nutzung von digitalen Abschlussmöglichkeiten kommt, hat auch unsere hohen Erwartungen übertroffen.

Denn wir glauben nach wie vor an den Makler und die Maklerberatung. Die Gespräche, die wir jetzt führen, haben eine neue Qualität, weil wir Lösungen haben. Mit diesem Erfolg haben wir einen überzeugenden Proof of Concept geliefert.

Vor einem Jahr waren wir schon sehr gut. Jetzt haben wir extrem hohe Dunkelverarbeitungsquoten selbst in Bestands- und Betriebsvorfällen. Das erreichen herkömmliche Versicherungsunternehmen nicht ansatzweise.

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.
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