29. Januar 2020, 10:32
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Deutsche zahlen mehr in Versicherungen ein

Auf der Suche nach sicheren Finanzanlagen stecken die Deutschen immer mehr Geld in Lebensversicherungen. Die Beiträge wuchsen in 2019 überraschend stark um 11,3 Prozent auf 102 Milliarden Euro, wie der Branchenverband GDV mitteilte. Besonders das Einmalbeitragsgeschäft profitierte. Verbandspräsident Wolfgang Weiler sprach von einem Vertrauensbeweis. “Lebensversicherer bieten sicherere, wenn auch gegenüber früher niedrigere Erträge.” Und die Kunden müssen sich darauf einstellen, dass die Rendite weiter sinkt.

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GDV-Präsident Wolfgang Weiler

Anfang 2021 werde sich der Garantiezins ändern, sagte Andreas Wimmer, der Altersvorsorge-Experte des Verbands und Lebensversicherungschef bei der Allianz. Dem Bundesfinanzministerium liegt der Vorschlag von Versicherungsmathematikern auf dem Tisch, bei Neuverträgen den Garantiezins von 0,9 auf 0,5 Prozent zu senken. Hinzu kommt eine Überschussbeteiligung, über die die Versicherer selbst entscheiden. Zusammen ergibt das die laufende Verzinsung.

Sie liegt nach Wimmers Angaben 2020 im Branchendurchschnitt bei 2,3 Prozent. Die Gesamtverzinsung inklusive Schlussleistungen zum Ende eines Vertrags werde voraussichtlich 2,8 bis 3 Prozent betragen. Zum Vergleich: Vor etwa zehn Jahren konnten Kunden noch mit rund 5 Prozent rechnen.

Auch in der Schaden- und Unfall- sowie der Privaten Krankenversicherung stiegen die Beitragseinnahmen. Insgesamt stand unterm Strich die Rekordsumme von 216 Milliarden Euro, rund 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Weiler sprach von einem ausgesprochen zufriedenstellenden Jahr. “Das ist allerdings kein Grund für Euphorie, denn das Marktumfeld bleibt wegen der niedrigen Zinsen extrem herausfordernd.” Weil die Konjunktur schwächer geworden sei und die Zinsen niedrig blieben, erwarte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass die Beiträge in diesem Jahr insgesamt noch um 1,5 bis 2 Prozent wachsen werden.

Angesichts der niedrigen Zinsen riefen die Versicherer die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, zu einer Trendwende auf. Die Gefahren der Niedrigzinspolitik seien längst größer als die Vorteile, sagte Weiler. Staaten, Haushalte und Unternehmen hätten sich in Rekordhöhe verschuldet. Kapitalanlagen mit stabilem und planbaren Ertrag würden konterkariert. (dpa-AFX, fm)

Foto: GDV, Shutterstock

 

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