14. Januar 2020, 16:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherer vergeben Chancen durch Digitalisierungsinitiativen

Rund die Hälfte der Versicherer setzen bereits auf Plattformen und Ökosysteme für Produktangebote. Doch mehr als 40 Prozent der Versicherer vergeben Chancen durch Digitalisierungsinitiativen. Mit einem Markteintritt von Google oder Amazon rechnen die Versicherer dagegen kaum. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage unter rund 80 Vorständen und Führungskräften der Versicherungsindustrie, die EY Innovalue jetzt vorstellte.

Bildschirmfoto-2020-01-14-um-12 28 40 in Versicherer vergeben Chancen durch Digitalisierungsinitiativen

Christian Mylus, Partner und Managing Director bei EY Innovalue

InsurTechs und etablierte digitale Player wie Amazon nutzen die neuen technologischen Möglichkeiten und verändern das Versicherungsgeschäft nachhaltig. Dennoch haben mehr als 40 Prozent der Versicherer 2019 keine oder aus ihrer Sicht nur unzureichende Digitalisierungsinitiativen umgesetzt und vergeben damit viel Potenzial mit Blick auf neue Geschäftsmodelle, Vertriebswege oder Arbeitsweisen.

Besser aufgestellt für das Versicherungsgeschäft sehen sich knapp 38 Prozent der Versicherer, die ihre Digitalisierungspläne wie geplant und erwartet umgesetzt haben. Und jeder fünfte Versicherer hat seine Erwartungen mit den gestarteten Digitalisierungsprojekten sogar übertroffen.

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage unter rund 80 Vorständen und Führungskräften der Versicherungsindustrie im Rahmen des EY Innovalue Versicherungs-Roundtables Ende 2019. Darüber hinaus hält es nur jeder fünfte Befragte für sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich, dass Tech-Giganten oder internationale Plattformen bis Ende 2021 signifikant im deutschen Versicherungsmarkt aktiv sein werden – direkt oder über Beteiligungen. 60 Prozent halten dies für sehr unwahrscheinlich oder unwahrscheinlich, 20 Prozent haben dazu keine Meinung.

„Zunehmender Wettbewerb durch internationale Tech-Giganten und ausgewählte InsurTechs in Verbindung mit unzureichenden eigenen Digitalstrategien sind weiterhin die größten Herausforderungen der Versicherungsbranche. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Versicherer, aber auch Broker oder Finanzvertriebe, schnellstmöglich noch kundenzentrierter aufstellen und Kundenbedürfnisse in Vertriebs-, Produkt- oder Pricingstrategie erfüllen“, sagt Christian Mylius, Partner und Managing Director bei EY Innovalue.

Problematisch mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit ist insbesondere das fehlende Angebot digitaler Produkte und Services von Versicherern auf Plattformen oder in Ökosystemen: Jeder vierte hat diese Kanäle noch immer nicht in sein Vertriebsmodell integriert.

„Omnikanalstrategien sind für eine überzeugende und zukunftsfähige Kundenansprache aber unerlässlich, denn der Kunde will immer dort abgeholt werden, wo er sich gerade befindet, egal ob digital oder analog“, sagt Mylius. Immerhin: 50 Prozent der Versicherer nutzen bereits Plattformen oder Ökosysteme für ihre Produkte und Services.

 Kooperationsmodelle mit InsurTechs

Kooperationen statt Verdrängungsszenarien bestimmen das Verhältnis zwischen etablierten Versicherern und InsurTechs: Rund 40 Prozent der befragten Versicherer halten strategische Partnerschaften für das erfolgversprechendste Kooperationsmodell, knapp 37 Prozent bevorzugen eine selektive Zusammenarbeit.

Beteiligungen mit Wagniskapital beziehungsweise Mitwirkung bei Innovationsinitiativen wie dem InsurLab dagegen halten nur rund 15 Prozent beziehungsweise rund neun Prozent der Befragten für Erfolgsmodelle. (dr)

Foto: EY Value

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Policen Direkt erweitert Geschäftsführung

Philipp Kanschik und Christopher Gentzler verstärken zum 01. Januar 2020 die Geschäftsleitung der Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH. Zusammen mit der bestehenden Geschäftsführung werden sie den Ausbau des zuletzt stark gewachsenen Maklergeschäfts weiter vorantreiben.

mehr ...

Immobilien

McMakler knackt die Milliarden-Marke

Beste Stimmung auf dem Immobilienmarkt: Die Branche spricht bereits vom Superzyklus und ein Ende des Booms sehen Experten derzeit nicht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Jahresrückblick von McMakler wider.

mehr ...

Investmentfonds

Globaler Branchenindex für Erneuerbare Energie schlägt MSCI World

Die umweltfreundliche Erzeugung von Energie ist einer der Megatrends der kommenden Jahre. Dies schlägt sich zunehmend an der Börse nieder. Jon Sigurdsen, Portfoliomanager des DNB Fund – Renewable Energy, analysiert, warum der MSCI World bereits 2019 übertroffen wurde.

mehr ...

Berater

Blau Direkt holt Kerstin Möller-Schulz in die Geschäftsführung

Ab Februar ist Kerstin Möller-Schulz neben CEO Lars Drückhammer und Oliver COO Pradetto neue Geschäftsführerin CFO beim Lübecker Maklerpool Blau Direkt.

mehr ...
22.01.2020

Simplify your job!

Sachwertanlagen

RWB steigert Umsatz zum fünften Mal in Folge

Die RWB Group hat im Jahr 2019 bei Privatanlegern und institutionellen Investoren insgesamt mehr als 77,5 Millionen Euro platziert. Mehr als drei Viertel des platzierten Kapitals entfallen auf das Kerngeschäft der Private-Equity-Dachfonds.

mehr ...

Recht

Negativzinszahlungen an die EZB steigen auf 25 Milliarden Euro

Im vergangenen Oktober senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins für Banken auf -0,5 Prozent. Gleichzeitig führte sie durch eine Zinsstaffelung einen Freibetrag ein: Einlagenüberschüsse in Höhe der sechsfachen Mindestreserve, die die Banken als Pflichteinlage bei den nationalen Zentralbanken unterhalten müssen, werden vom Negativzins ausgenommen. Eine heute anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellte Analyse des Hamburger FinTech-Unternehmens Deposit Solutions legt nun erstmals dar, wie sich die geldpolitischen Änderungen der EZB auf die Negativzinszahlungen der Banken konkret auswirken.

mehr ...