Ob Miete oder Eigentum: Bei Pflege wird es finanziell eng

Ein kleines Spielzeughaus auf zwei offenen Handflächen.
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Eigentümer von Immobilien sind im Alter zwar bessergestellt als Mieter. Im Fall einer Pflegebedürftigkeit oder bei Arztbehandlungen bereiten die Kosten allerdings ebenso oft finanzielle Schwierigkeiten. Das zeigt eine Studie der Gesellschaft für Immobilienverrentung.

Die schönen Dinge des Lebens in der Rente genießen zu können, davon träumen die meisten Arbeitnehmer während ihres Erwerbslebens. Die Lebensrealität der deutschen Senioren sieht allerdings oft anders aus, wie eine Studie der DEGIV, Gesellschaft für Immobilienverrentung, unter 1.067 Mietern und Eigentümern im Rentenalter zeigt.

So geben rund 36 Prozent der Mieter an, im Alter Geldsorgen zu haben, während unter Immobilieneigentümern nur 13 Prozent stark auf ihr Geld achten müssen. Insgesamt stehen Eigentümer, so zeigt die Studie, zwar besser da. Teilweise können aber selbst sie sich nicht alles problemlos leisten. So erklären über die Hälfte (54,6 Prozent) der Eigentümer, Schwierigkeiten zu haben, wenn es um Arzt- oder Pflegekosten geht. Bei Mietern beträgt die Quote 63 Prozent.

Finanzielle Engpässe im Alter treffen vor allem Senioren, die durch Mietzahlungen belastet sind. Eigentümer sind dagegen deutlich bessergestellt: Gut 80 Prozent der Immobilienbesitzer können laut der DEGIV-Studie ihre Träume verwirklichen, im Gegensatz zu 59 Prozent der Mieter. Vier von zehn Eigentümern (39 Prozent) können sich darüber hinaus immer die Teilhabe an Kultur und Reisen leisten, während nur jeder fünfte Mieter (19 Prozent) dasselbe angibt.

Eigentümern geht es im Alter insgesamt besser als Mietern

Für Arzt- oder Pflegekosten reicht es jedoch auch bei 44 Prozent der Eigentümer nicht immer. Bei den Mietern liegt der Anteil mit 63 Prozent jedoch noch deutlich höher.  In allen anderen Bereichen außer der Pflege zeigt sich, dass Eigentümer im Alter mitunter deutlich besser gestellt sind als Mieter: So können sich nach eigenen Angaben 13,2 Prozent der Eigentümer alles leisten, was sie haben möchten, während nur 4,1 Prozent der Mieter dasselbe von sich sagt.

Auch gibt jeder dritte Eigentümer (34,7 Prozent) an, relativ sorglos zu leben und den Ruhestand genießen zu können, während nur 19 Prozent der Mieter dieselbe Erfahrung macht. 61 Prozent der Eigentümer gaben außerdem an, mindestens hin und wieder auf Kultur zu verzichten, weil das Geld nicht reicht, dagegen sind 78 Prozent der Mieter öfter bei kulturellen Veranstaltungen außen vor.

Fazit: Insgesamt stehen Eigentümer im Alter besser da. Dennoch kann es aufgrund hoher Arzt- und Pflegekosten eng werden. Insbesondere, wenn häusliche Pflege notwendig würde, um den Weg ins Altersheim zu verhindern, wird es teils auch bei Eigentümern eng.

„Auch eine Immobilie macht noch keine sorgenfreie Rente: Rund die Hälfte der Immobilienbesitzer hat an Gesundheitskosten zu knabbern. Senioren mit Immobilienbesitz und Geldknappheit sollten für sich die Option einer Immobilienverrentung prüfen. Gerade in Großstädten lässt sich dadurch Finanzpotenzial heben und die Lebensqualität nachhaltig verbessern – ohne dass sich am Lebensort etwas ändern muss“, erklärt Özgün Imren, geschäftsführender Gesellschafter der DEGIV, anlässlich des Tages der Armut am 17. Oktober.

Für die im Mai und Juni 2020 vom Panelanbieter Consumerfieldwork durchgeführte Studie wurden 1.067 Immobilieneigentümer aus Deutschland (44,9 Prozent Anteil) und Mieter (55,1 Prozent Anteil) im Rahmen einer quantitativen Online-Erhebung dazu befragt, wie sie über Immobilienverrentung und das Leben im Alter in Hinblick auf die Corona-Krise und allgemein denken. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 70 Jahren. Das Geschlechterverhältnis war 574 Männer (53,8 Prozent) zu 491 Frauen (46,0 Prozent), die zwischen 65 und 90 Jahren alt waren.

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