9. Januar 2020, 16:48
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1,25 Prozent Überschussbeteiligung: Realer Verlust für ehemalige Generali-Versicherte

Im vergangenen Jahr verkaufte die Generali ihre Lebensversicherungstochter an die Viridium Gruppe. Nun deklariert die ehemalige Generali Leben und heutige Proxalto Leben eine Überschussbeteiligung unterhalb der Teuerungsrate. Der Bund der Versicherten übt heftige Kritik und spricht von legalem Betrug und einer realen Geldvernichtungsmaschine.

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Axel Kleinlein, Sprecher des BdV-Vorstands, ist für seine klare Sprache bekannt.

Mit der Proxalto Lebensversicherung AG, ehemals Generali Lebensversicherung AG, deklariert erstmals ein Unternehmen eine Überschussbeteiligung unterhalb der Teuerungsrate. Die erst letztes Jahr von Generali an das Run-Off-Unternehmen Proxalto (Viridium Gruppe) erhalten nach Angaben des Bundes der Versicherten (BDV) mit 1,25 Prozent die geringste laufende Gesamtverzinsung des Marktes.

Der BdV beruft sich bei seiner Meldung auf die veröffentlichten Überschusstabellen von Assekurata. Der BdV warnte bereits letztes Jahr und fühlt sich nun bestätigt: „Für Run-Off-Plattformen sind die Kundinnen und Kunden nur noch Ware, die so knickrig wie gerade noch möglich behandelt werden, damit die Investoren den Reibach machen“, erklärt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV.

Angesichts dieser Zahlen warnt Kleinlein: „Wenn Unternehmen nur noch derart geringe Überschüsse geben können, dann ist aus Sicht des BdV der Kollaps der Verträge zu befürchten.“

Nach den Beschwichtigungen der Generali im letzten Jahr sei dies ein Schlag ins Gesicht für die Proxalto-Kunden. „Dies ist ein Alarmsignal für Lebensversicherte und vor allem für die Branche“, warnt Kleinlein.

Gemessen am Verbraucherpreisindex lag die Inflation im Dezember laut Destatis bei 1,5 Prozent und damit oberhalb der von Proxalto deklarierten Verzinsung. „Uns ist nicht bekannt, dass jemals ein Unternehmen eine Überschussbeteiligung unterhalb der Inflation deklarierte. Das ist reale Geldvernichtung. Das ist legaler Betrug“, kritisiert Kleinlein angesichts dieser Diskrepanz. „Selbst inklusive Überschüssen wird noch nicht einmal die Inflation erreicht. Diese Lebensversicherungen sind deshalb reale Geldvernichtungsmaschinen.“

Der BdV sieht seine Befürchtungen anlässlich der Run-Off-Tendenzen bei Lebensversicherungen bestätigt. „Wie von uns befürchtet, werden die Proxalto-Kunden besonders schlecht behandelt und bekommen nur noch eine sehr geringe Überschussbeteiligung. An Proxalto wird das Geschäftsmodell des Run-Off offenbar, das darauf basiert, die Kundinnen und Kunden möglichst knapp zu halten, damit der Investor möglichst viel Rendite einkassieren kann“, kritisiert Kleinlein.

Für den BdV sind derartige Meldungen quasi der Sargnagel für die Lebensversicherung: Denn solch geringe Überschüsse erlaubten keine erfolgreiche Altersvorsorge. „Eine Lebensversicherung hat bei derart geringen Überschüssen keine Existenzberechtigung mehr“, so Kleinlein.

Wie die im Herbst von BdV und Zielke Research vorgelegte Solvenzanalyse gezeigt hat, weist mittlerweile ein Viertel der Lebensversicherungsunternehmen nur durch Übergangsmaßnahmen genügend Solvenz auf und fährt strukturell Verluste ein. „Die Lebensversicherungsbranche ist angezählt“, erklärt Kleinlein abschließend. (dr)

 

Foto: BdV

 

1 Kommentar

  1. Wieso werden Äußerungen von Hr. Kleinlein eigentlich immer unkommentiert und geprüft veröffentlicht? Wenn ich mich nicht irre, hatte die Generali bereits in 2018 und 2019 1,25 % lfd. Überschuss deklariert. Es ändert sich durch Proxalto hier also nichts. Der HDI hat übrigens für 2016 meines wissens zuletzt einen Überschuss deklariert. Mit 1,25 %. Die Süddeutsche in 2018 mit 0,90%.

    Kommentar von hmm — 10. Januar 2020 @ 10:14

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