Nach Auftritt bei „Anne Will“: AfW sauer auf Olaf Scholz

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Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz

Eigentlich ging es in der ARD-Talkshow "Anne Will" am Sonntagabend um die sogenannte "Maskenaffäre" und ihren Einfluss auf das Ergebnis der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Doch Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nahm sich die Zeit für einen kurzen thematischen Ausflug in Richtung Provisionsdeckel – sehr zum Unmut des Maklerverbandes AfW.

Scholz sagte in der Talkshow: „Aber was mich schon sehr bedrückt, ist, dass es auch im Infight der Politik – wenn man das mal so sagen will – immer wieder sichtbar wird, dass es ganz harte Interessen gibt, mit denen man diskutieren muss. Ob es nun – ich mach mal ein paar Beispiele. Ob es nun um einen Provisionsdeckel für Versicherungen geht, also dass da nicht so viel gezahlt wird. Da sitzen hart Leute im Bundestag, die wissen, warum sie das bekämpfen. Nicht aus allgemeinen Erwägungen, sondern die haben viele – die schätzen die Leute, die die Provisionen kassieren, um es mal höflich zu sagen.“

Mit diesem Statement diskreditiere er aus Sicht des AfW alle Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler. „Scholz zieht gegenüber Bundestagsabgeordneten, die sich gegen ein verfassungswidriges Gesetz positioniert haben, Parallelen zur Maskenaffäre. An sich schon ein Unding. Er bringt dann unmissverständlich zum Ausdruck, dass er VersicherungsvermittlerInnen und ihre Arbeit nicht schätzt. Damit diskreditiert er vor über drei Millionen FernsehzuschauerInnen einen ganzen Berufsstand, der gerade auch in der derzeitigen Wirtschaftskrise von hoher sozialpolitischer Bedeutung ist. Wir kritisieren diese polemischen und populistischen Äußerungen des Bundesfinanzministers auf das Schärfste“, sagte Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW.

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