Allianz Trade Studie: Scheitert die Elektromobilität an der Lithiumlücke?

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Lithium-Herstellung in Nevada

Die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen schnellen in die Höhe. Eine zentrale Rolle in der Batterieherstellung spielt der Rohstoff Lithiumkarbonat. Eine Studie von Allianz Trade zeigt, dass durch die steigende Nachfrage bis 2030 eine Versorgungslücke von 500.000 Tonnen droht. Die Investitionen in Förderung, Produktion und Technologie müssten deutlich gesteigert werden.

Im vergangenen Jahr sind die Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen in die Höhe geschnellt. Weltweit verzeichnete die Sparte ein Plus bei den verkauften Fahrzeugen um 100 Prozent. Der Marktanteil erreichte dabei acht Prozent. Größter Treiber war dabei China mit fast der Hälfte aller verkauften Elektroautos, gefolgt von Europa. In den USA haben sich Absatzzahlen zwar ebenfalls verdoppelt, insgesamt blieb die Stückzahl allerdings weiterhin recht gering. Für die kommenden zwei Jahre erwartet der weltweit führende Kreditversicherer Allianz Trade bei der Entwicklung der weltweiten Elektromobilitätssparte jeweils ein Plus von 50 Prozent bei den Verkaufszahlen.

„Die Elektromobilität hat den Turbo gezündet“, sagt Ano Kuhanathan, Head of Corporate Research bei Allianz Trade. „Damit dieser Motor weiterhin surrt, sind jetzt weitere Investitionen in die Elektrifizierung des Verkehrs notwendig, insbesondere bei der Ladeinfrastruktur. Ganz entscheidend ist zudem, dass die Branche nun die Weichen stellt, um eine mögliche Versorgungslücke von über 500.000 Tonnen Lithiumkarbonat bis 2030 zu schließen. Sonst wird das Wachstum in diesem Sektor stark ausgebremst. Die Unternehmen sollten frühzeitig in produktionssteigernde Technologien als auch in die Förderung investieren.“

Ausgaben für Elektromobilität um mehr als 75 Prozent gestiegen

Bis der Markt eine kritische Größe erreicht hat, spielt neben den Investitionen der Unternehmen die Förderung durch die Politik eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2021 sind die weltweiten Ausgaben für Elektromobilität (Fahrzeuge und Ladegeräte) um mehr als 75 Prozent gestiegen. Während sie in den Jahren zuvor allerdings nur einen kleinen Teil der weltweiten Investitionen in die Energiewende ausmachten, lag ihr Anteil im Jahr 2021 bei über 36 Prozent der Gesamtinvestitionen.

„Deutschland ist dabei Vorreiter. Hier lagen, wie auch in Großbritannien, Investitionen in die Elektrifizierung des Verkehrs bei über 50 Prozent der gesamten Investitionen in die Energiewende“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in der DACH-Region. „Damit diese Entwicklung weiter voranschreitet, ist die Akzeptanz der Verbraucher von großer Bedeutung. Ihr Blick auf das Thema Elektromobilität hat sich sowohl in Hinblick auf die Reichweite der Batterien sowie auf die Kosten seit 2019 verbessert – die Situation bei den Ladestationen betrachten sie allerdings weiterhin sehr kritisch. Hier ist eine wichtige Stellschraube, um Wachstumspotenziale zu heben.“

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