Ersatzkassen verzeichnen Defizit in Höhe von 235 Millionen Euro

Geldmünzen und Scheine liegen neben einer Krankenversichertenkarte und daneben ein Kugelschreiber
Foto: Shutterstock
Die Leistungsausgaben sind im ersten Halbjahr 2022 um 5,5 Prozent je Versicherten gegenüber dem Vorjahr an.

Die Ersatzkassen haben im isolierten zweiten Quartal 2022 mit einem mit einem Defizit in Höhe von Minus 35 Millionen Euro und damit relativ stabil abgeschlossen. Insgesamt hat sich das Minus allerdings im ersten Halbjahr auf minus 235 Millionen Euro summiert.

Zusammen mit dem ersten Quartal beträgt das Defizit im ersten Halbjahr 2022 minus 235 Millionen Euro, wobei dieses nach Angaben des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (VDEK) auf hohe Vergütungssteigerungen, erweiterte Leistungen etwa im Bereich der Parodontose-Versorgung, Corona-Nachholeffekte und auf einmalige Ausgaben bei den Verwaltungskosten aus dem ersten Quartal 2022 zurückzuführen ist.

„Das Finanzergebnis der VDEK-Kassen im zweiten Quartal 2022 ist weitgehend ausgeglichen. Es wurde auch dadurch erreicht, dass die Ersatzkassen ihre Zusatzbeiträge seriös kalkuliert haben“, sagt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des VDEK. „Damit das bis Ende des Jahres so bleibt, darf es jetzt keine Zusatzbelastungen wie Energie- oder Inflationsausgleiche zum Beispiel für die Krankenhäuser geben, die auf die Krankenkassen und damit die Beitragszahler abgewälzt werden. Falls die Politik über derartige Ausgleichszahlungen entscheidet, sollten diese im Rahmen des angekündigten Entlastungspaket finanziert werden.“

Einnahmen- und Ausgabenentwicklung driften weiter auseinander

Entwarnung ist dennoch nicht gegeben, insbesondere in Hinblick auf 2023. Dies zeigt sich bei der Einnahmen– und Ausgabenentwicklung. So stiegen die Leistungsausgaben im ersten Halbjahr 2022 um 5,5 Prozent je Versicherten gegenüber dem Vorjahr an, während die Einnahmen (aus Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und aus den Zusatzbeiträgen) nur um 3,6 Prozent je Versicherten zunahmen. Bei den Ausgaben schlugen vor allem die Arzneimittelausgaben (plus 6,6 Prozent) die Heilmittelversorgung (plus 8,69 Prozent), die Fahrkosten (plus 11,6 Prozent), die Vorsorge- und Rehabilitationskosten (plus 17,4 Prozent) sowie die Ausgaben im Krankenhaus (plus 5,2 Prozent) ins Gewicht.

„Die Bundesregierung ist daher dringend gefordert, das Thema Effizienz- und Wirtschaftlichkeit der Versorgung wieder mehr in den Blick zu nehmen. Das geplante GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) geht dieses Thema kaum an, sondern belastet vor allem die Beitragszahler. Hier sind dringend Nachbesserungen erforderlich.“

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