HUK rechnet mit Rückgang des Automarkts um ein Fünftel

Foto: HUK Coburg
Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandschef der HUK Coburg: "Mit der renommierten Marke Pitstop haben wir einen idealen Partner für den eigenen HUK-Autoservice gefunden."

Der führende deutsche Autoversicherer HUK Coburg kalkuliert in diesem Jahr mit Folgeschäden von Pandemie, Lieferproblemen und Inflation für den Automarkt: Das Unternehmen rechnet mit einem Rückgang der "Fahrzeug-Transaktionen" um 20 Prozent.

Das sagte Vorstandschef Klaus-Jürgen Heitmann auf der Bilanzpressekonferenz in München. „Transaktionen“ bezieht sich auf alle Fahrzeuge inklusive Gebrauchtwagen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der bei der HUK versicherten Fahrzeuge im Saldo um um 3,3 Prozent, beziehungsweise 400.000, auf 13,4 Millionen.

Auch bei der Anzahl der Elektroautos hat die Versicherungsgruppe ihren Bestand von 78.000 Fahrzeugen in 2020 deutlich auf über 185.000 Stück in 2021 gesteigert. Davon sind rund 120.000 rein elektrisch betrieben, 65.000 hybrid. Wegen gesunkener Durchschnittsbeiträge lagen die bruttobeitragseinnahmen im Kfz-Versicherungsgeschäft nur um 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert bei 4,3 Milliarden Euro. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (brutto) lag bei 93,3 (85,4) Prozent. Für Kfz-Schäden entstand im vergangenen Jahr ein Aufwand von 3,4 (3,1) Milliarden Euro. In diesem Jahr rechnet Heitmann wegen der schwierigen Lage nur mit verhaltenem Wachstum.

Als wegweisend und voller Erfolg erwies sich der im letzten Jahr eingeführte Eco Drive, der in der Telematik-App das Fahrverhalten anhand ökologischer Kriterien analysiert. Der durch umweltbewusstes Fahren eingesammelte Gesamtbetrag von über 740.000 Euro wurde im Februar anteilig an die jeweils von Kundinnen und Kunden mit ausgewählten Partnerorganisationen übergeben. Mittlerweile haben sich rund 450.000 Menschen für den seit drei Jahren am Markt angebotenen Telematik-Tarif der HUK-COBURG entschieden. Im Vorjahr waren dies rund 400.000.

Mitte April bringt sie einen digitalen Unfallmeldeservice an den Markt. Der Telematik-Sensor, der mit der HUK-App „Mein Auto“ verbunden ist, ermöglicht neben einer allgemeinen Schadenmeldung auch ein automatisches Weiterrouten an den Unfallmeldedienstleister bzw. an Rettungskräfte. Auf diesem Weg kann schnelle Hilfe erfolgen, sollte es bei einem Unfall Verletzte geben. „Neben unseren anderen Initiativen zum Aufbau unseres Ökosystems Mobilität liegt mir der digitale Unfallmeldeservice besonders am Herzen“, erläutert Heitmann. „Nicht nur, weil er der konsequente Ausbau unseres Telematik-Tarifs ist, mit dem wir von Anfang an den Vorsatz verfolgen, Menschen zu sicherem Fahren zu animieren. Sondern vielmehr, weil wir darüber nun auch verletzten Menschen schnell helfen können“.

Position weiter ausbauen

Die HUK will ihre Position im umkämpften Autoversicherungsmarkt weiter ausbauen: In diesem Jahr soll das neue Joint-Venture mit dem Digitalversicherer Neodigital, die Neodigital Autoversicherung AG an den Start gehen. An ihm hält das oberfränkische Unternehmen die Mehrheit. Nach jetzigem Planungsstand könnte die Neodigital Autoversicherung Versicherungsverträge sowohl unter eigenem Namen als auch im Auftrag anderer Versicherer als Dienstleistung gegen Gebühr verkaufen. Von diesem Expansionsplänen unberührt ist die bisherige Online-Versicherung HUK24.

Die Beitragseinnahmen der HUK Coburg in allen Sparten – Auto, Schaden/Unfall, Leben, Kranken und Rechtsschutz – stiegen im Geschäftsjahr 2021 um 2,1 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn der HUK sank um 3,1 Prozent auf 381 Millionen Euro. Die HUK ist seit Jahren Marktführer in der Kfz-Versicherung. Hauptkonkurrent in diesem Bereich ist die Allianz. (dpa-AFX/eigeneRecherche)

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