Anzeige
12. Januar 2012, 13:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kunden vertrauen Portalen wie Beratern

Laut einer You Gov-Studie informieren sich Verbraucher verstärkt online über Finanzprodukte. Bestimmten Plattformen schenken sie dabei fast ebenso viel Vertrauen wie Finanzberatern. Für den Abschluss bevorzugen Kunden jedoch ein persönliches Beratungsgespräch. Die Internetrecherche dient dabei nur der Vorbereitung.

Versicherungsvergleich im InternetIn einer aktuellen Studie analysiert das Marktforschungsinstitut den Einfluss des Internets auf das Entscheidungsverhalten bei Finanzprodukt und Versicherungsabschlüssen.

Bankberatern oder Versicherungsvermittlern vertrauen, laut den Marktforschern, 30 Prozent der Befragten “voll und ganz”. Fast ebenso hoch (27 Prozent) ist demnach das Vertrauen der Produktsucher in Vergleichsportale mit ihren spezifisch ausgerichteten Angeboten. Ähnlich hoch sind die Vertrauenswerte bei Meinungs- und Bewertungsplattformen (26 Prozent).

Das größte Vertrauen bringen die Verbraucher in Finanzfragen Verbraucherorganisationen (48 Prozent) sowie dem Rat von Bekannten und Verwandten (40 Prozent) entgegen.

Die Nutzung des Internets zu Finanzthemen sei nicht der jüngeren Generation vorbehalten, so die Autoren der Studie. Im Gegenteil sei ermittelt worden, dass unter 30-jährige das Web sogar weniger als ältere Kunden für Information und Abschluss nutzten.

Bei den Älteren kam demnach der Impuls, nach bestimmten einfachen Produkten (beispielsweise Girokonto, KFZ-Versicherung oder Bausparvertrag) zu suchen oft durch ein Vergleichsportal (elf Prozent) oder eine Suchmaschine (acht Prozent).  Bei den unter 30-jährigen seien diese Wege mit sechs und drei Prozent deutlich unbedeutender. In der jüngeren Generation gaben überdurchschnittlich häufig Bekannte und Verwandte (19 Prozent, insgesamt elf Prozent) sowie Berater und Vermittler (17 Prozent, insgesamt 14 Prozent) den Anstoß nach einfachen Produkten zu suchen.

Die Tests haben außerdem ergeben, so You Gov, dass das Internet zwar der ersten Orientierung diene, aber die Komplexität und Vielfalt der Produkte Kunden häufig überfordere. In diesen Fällen nutzten Verbraucher die Internetsuche häufig zur Vorbereitung auf ein persönliches Gespräch mit dem Berater oder Vermittler. Wichtig sei in Kombination mit der Onlinesuche auch der Rückgriff auf Verwandte und Bekannte.

Die Studienmacher interpretieren ihre Ergebnisse als Hinweis auf ein zunehmendes Zusammenwirken zwischen dem Internet und der realen Offline-Welt im Entscheidungsprozess. “Gerade die Offline-Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis erhalten in diesem neuen Informationsverhalten der Neukunden eine größere Bedeutung als bisher. Denn sie können neben einer starken Marke ein wichtiger Vertrauensbeweis für ein Internetangebot sein”, erklärt Dr. Oliver Gaedeke, You Gov-Vorstand und Leiter der Finanzdienstleistungsmarktforschung.

Der Untersuchung liegen 40 psychologische Labortests und eine internetrepräsentative Befragung unter 1.038 Finanzentscheidern zugrunde. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. Ein sehr interessantes Ergebnis: Die Produkte sind so komplex, da muß man doch gleich mal – zusätzlich zur Internetrecherche – die Oma und den Kumpel fragen!

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 13. Januar 2012 @ 12:31

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Bericht: Höheres Rentenniveau beseitigt Altersarmut nicht

In der Debatte um die Bekämpfung von Altersarmut hat die Rentenversicherung vor falschen Strategien gewarnt. Dies melden die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

mehr ...

Immobilien

Premiumimmobilien: Die Top sechs Metropolen

Die Nachfrage nach Premiumimmobilien reißt nicht ab. Das zeigt eine Marktanalyse von Dahler & Company, die Umsatz- und Verkaufszahlen von Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern mit einem Kaufpreis ab 750.000 Euro an sechs deutschen Top-Standorten untersucht hat.

mehr ...

Investmentfonds

Regimewechsel an den Märkten möglich

Nach dem Amtsantritt von Donald Trump schauen die Märkte gebannt auf die Wall Street. Gastkommentar von Werner Kolitsch, M&G Investments

mehr ...

Berater

Testament unauffindbar? Auch die Kopie ist gültig

Die Kopie eines Testaments kann zur Bestimmung der Erbfolge ausreichen, wenn die formgerechte Errichtung des Originaltestaments bewiesen werden kann. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln in einem aktuellen Urteil.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance platziert 175 Millionen Euro Eigenkapital in 2016

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Deutsche Finance Group aus München insgesamt 175 Millionen Euro Eigenkapital platziert. Davon entfielen 55 Millionen Euro auf zwei Alternative Investmentfonds (AIF) aus dem Privatkundengeschäft.

mehr ...

Recht

Brexit hat Folgen für britische Fondsbranche

Auf die britischen Investmenthäuser kommen möglicherweise unruhige Zeiten zu. Der Brexit könnte dazu führen, dass Großbritannien künftig den Status eines so genannten “Drittstaates” hat. Für die britische Fondsbranche hätte dieses Szenario Folgen.

mehr ...