Anzeige
16. August 2012, 12:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MPC Capital: Vom Branchenprimus zum Sorgenkind

Das börsennotierte Emissionshaus MPC Capital muss für das erste Halbjahr 2012 einen Konzernverlust von knapp 3,9 Millionen Euro ausweisen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres konnte es noch einen Gewinn von 39,8 Millionen Euro ausweisen.

Unternehmenssitz Der MPC Capital AG2-127x150 in MPC Capital: Vom Branchenprimus zum Sorgenkind

MPC-Unternehmenssitz, Hamburg

Der Umsatz sank im Vergleich zum ersten Halbjahres 2011 um zwölf Prozent auf 19,8 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich zwischen Anfang Januar und Ende Juni 2012 demgegenüber deutlich von 16,5 in 2011 auf nur noch zwei Millionen Euro. Ausweislich des Halbjahresfinanzberichtes sind dafür Sondereffekte verantwortlich.

Die Konzernkennzahl „Eigenkapital“ sackte seit dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2011 von vier Millionen Euro auf nur noch 29.000 Euro ab, wobei die Eigenkapitalquote von zwei Prozent schon damals nicht gerade üppig war.

Die Summe der Eventualverbindlichkeiten im Hinblick auf die assoziierten Unternehmen des Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nun 94,1 Millionen Euro nahezu vervierfacht. Maßgeblich haben die Lage der Tochtergesellschaft MPC Steamship und die Beteiligung an dem ebenfalls angeschlagenen Wettbewerber HCI Capital den Konzern zur Erhöhung der Risikokennzahl beigetragen. Eine konkrete Gefahr kann das MPC-Management allerdings nicht erkennen: “Derzeit gibt es keine Hinweise auf die Inanspruchnahme der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG aus den bestehenden Eventualverbindlichkeiten”, so der Halbjahresfinanzbericht 2012 des vor wenigen Jahren noch erfolgreichsten Emissionshauses.

Die  übrigen anzurechnenden Eventualverbindlichkeiten, darunter auch Platzierungsgarantien und selbstschuldnerische Bürgschaften, wurden im Berichtszeitraum dagegen von 894 Millionen Euro auf 738 Millionen Euro gesenkt. Zudem besteht seit März 2010 eine Bankenvereinbarung, die die Finanzierung der genannten Erklärungen bis Ende September 2013 regelt.

Für das Gesamtjahr erwartet der Hamburger Fondsinitiator ein “in etwa ausgeglichenes operatives Ergebnis”. Dies sei aufgrund der “optimierten Kostenbasis” und der wiederkehrenden Umsätze auf Fondsmanagement und Fondsverwaltung möglich. Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Vergleichszeitraum von 250 auf 199 reduziert

Im Privatkundengeschäft rechnet die Konzernführung weiterhin mit einem „schwierigen Marktumfeld”. Im ersten Halbjahr 2012 hat das Unternehmen nur noch zwölf Millionen Euro Eigenkapital für seine geschlossenen Fonds akquiriert. Im Vorjahreszeitraum hatte das Platzierungsvolumen noch bei 75,1 Millionen Euro gelegen. Derzeit hat das Emissionshaus lediglich einen Immobilienfonds im Vertrieb, der die Beteiligung an Studentenwohnheimen anbietet. Andere Offerten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien hatten die Hanseaten zwar angekündigt aber nicht umgesetzt. Im Schiffsbereich ist nach dem Scheitern des Versuchs, das Schiff MPC Rio Manaus zu platzieren, kein neues Beteiligungsangebot geplant. In dem Marktsegment sind bei MPC Capital wie bei ihren Wettbewerbern auch, eher Krisenmanager als Fondskonzeptionäre gefragt.

“MPC Capital hat sich im Berichtszeitraum insbesondere auf den Aufbau neuer Geschäftsfelder und damit die Verbreiterung der Ertragsbasis konzentriert. Ein wesentlicher unternehmerischer Schwerpunkt ist dabei der Auf- und Ausbau des Geschäfts mit institutionellen Investoren, Family Offices und Firmenkunden. Im Retailgeschäft werden zudem neue Fondskonzepte und Strukturen geprüft, die für private Anleger auch im aktuell schwierigen Marktumfeld eine akzeptable Anlagealternative darstellen”, so der Bericht weiter. Man darf gespannt sein… (af)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Gerüchteküche um Generali brodelt

Um den italienischen Versicherer Generali ranken sich neue Übernahmegerüchte. Die italienische Tageszeitung “La Repubblica” berichtete am Dienstag, die Bank Intesa Sanpaolo erwäge ein Übernahmeangebot für Generali. Die Aktien des Versicherers trieb das in die Höhe.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Danske-Invest sieht Osteuropa-Aktien positiv

Im Jahr 2016 entwickelten sich die osteuropäischen Aktienmärkte keinesfalls einheitlich. Insgesamt ist die Bewertung immer noch noch attraktiv.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI baut Geschäftsfeld Projektentwicklung aus

Die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe hat 2016 im Geschäftsfeld Projektentwicklung/Bauträger etwa 460 Wohneinheiten für insgesamt rund 90 Millionen Euro verkauft (Vorjahr 80 Millionen Euro) und die Projektpipeline um ein Drittel ausgebaut.

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...