Anzeige
Anzeige
4. August 2015, 08:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzielle Schieflage in der Wohngebäudeversicherung

Die erhöhte Zahlungsbereitschaft der Immobilieneigentümer für ihre Immobilienpolicen schlägt sich noch nicht in den Bilanzen der Versicherer nieder. Die ausgezahlten Summen in der Wohngebäudeversicherung übersteigen die Einnahmen der Gesellschaften derzeit bei weitem.

Wohngebäudeversicherung

Es bleibt zu hoffen, dass die Assekuranzen ihre finanzielle Schieflage in der Wohngebäudeversicherung in den Griff bekommen.

“Nach allem, was wir von unseren Partnergesellschaften hören – die sicherlich den Gesamtmarkt repräsentieren – ist das Geschäft heute nur bedingt rentabel. Das liegt daran, dass die Absicherung im Bereich Wohngebäude innerhalb der letzten knapp 20 Jahre immer kostenintensiver für die Gesellschaften geworden ist”, erklärt Dr. Günther Blaich, Mitglied der Geschäftsführung von Swiss Life Select Deutschland, einem Tochterunternehmen des Schweizer Versicherers Swiss Life.

“Geschäft nur bedingt rentabel”

Leistungen wie der Wiederaufbau von schadhaften Gebäuden, die Versicherbarkeit älterer Bestandsimmobilien und Schadenquoten bei häufig über 100 Prozent belasten die Budgets laut Blaich immer stärker.

Die Axa ist vom Verlustgeschäft ebenfalls betroffen. “Wir hatten im Rahmen von Flutkatastrophen und extremen Hagel- und Sturmschäden in den zurückliegenden Jahren teils erhebliche Aufwendungen. Hinzu kommt ein alternder Gebäudebestand mit vermehrten Wasserschäden”, sagt Steffen Fries, Experte für das Grundstücks- und Wohnungsversicherungen bei der Axa.

Verluste von acht Milliarden Euro

Der GDV summiert die Verluste der Branche in der Wohngebäudeversicherung seit 2002 auf fast acht Milliarden Euro.

“Der wesentliche Kostentreiber in der Gebäudeversicherung sind Leitungswasserschäden. 2013 zahlten die Wohngebäudeversicherer für 1,1 Millionen Leitungswasserschäden etwas über zwei Milliarden Euro an ihre Kunden. 2014 steigen diese Leistungen voraussichtlich auf 2,5 Milliarden Euro bei in etwa praktisch gleichbleibender Anzahl der Schäden. Die Schadendurchschnitte steigen damit ebenfalls deutlich an”, erläutert Oliver Hauner, Leiter Sachversicherung beim GDV.

“Die Beiträge der Versicherten erhöhten sich in den letzten Jahren um gut fünf Prozent. Gleichzeitig stiegen die Leistungen jedoch in mindestens dem gleichen Ausmaß an, sodass sich keine grundsätzliche Verbesserung der Situation eingestellt hat”, so der Experte weiter.

Es bleibt zu hoffen, dass die Assekuranzen ihre finanzielle Schieflage in den Griff bekommen und weiterhin ein breites Spektrum an Policen anbieten. (st)

Foto: Swiss Life

Anzeige

1 Kommentar

  1. Die Beiträge der Versicherten stiegen in den letzten Jahren um 5%? Schön wär`s. Meine Erfahrungen sind anders. Die Beitragsanpassungen liegen in den letzten Jahren bei 8-15%, pro Jahr (!!) zum Beispiel bei Domcura.

    Kommentar von stefan — 5. August 2015 @ 11:19

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Auch Mylife reduziert die Überschussbeteiligung

Die Mylife Lebensversicherung bieten ihren Kunden 2017 eine laufende Verzinsung in Höhe von 2,8 Prozent, nach 3,35 Prozent im Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Mietrecht: Steuerliche Anerkennung setzt Mietzahlung voraus

Liegt bei der Vermietung an Verwandte kein steuerlich anzuerkennendes Mietverhältnis vor, können die Kosten für die Wohnung nicht steuermindernd als Werbungskosten berücksichtigt werden. Die Wüstenrot Bausparkasse berichtet über ein entsprechendes Urteil.

mehr ...

Investmentfonds

Bafin greift bei komplexen Finanzwetten für Privatanleger ein

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin greift erneut auf dem Markt für komplexe Finanzwetten für Privatanleger ein. Zum Anlegerschutz plane sie, Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von finanziellen Differenzgeschäften – sogenannten CFDs – zu beschränken, teilte die Bafin am Donnerstag mit.

mehr ...

Berater

HSH Nordbank nach neun Monaten mit höherem Gewinn

Die HSH Nordbank sieht sich mit einem gestiegenen Gewinn für den geplanten Verkaufsprozess gewappnet. Unter dem Strich habe das Institut in den ersten neun Monaten des Jahres einen Nettogewinn von 163 Millionen Euro erzielt, teilte die Bank am Freitag mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 24 Millionen Euro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Anteil der Immobilienfonds zieht kräftig an

Der Anteil von Immobilienfonds am Zweitmarkthandel ist im November auf fast 75 Prozent gestiegen. Das Handelsvolumen von Schiffsbeteiligungen hingegen ist eingebrochen.

mehr ...

Recht

Immobilienerbe: Obacht bei der Erbschaftsteuer

Beim Erben von Wohnungseigentum entfällt die Erbschaftsteuer nur, wenn der Erbe die Wohnung selber nutzt. Anderenfalls muss die Steuer entrichtet werden – auch wenn die Immobilie unentgeltlich engen Familienmitgliedern überlassen wird.

mehr ...