Anzeige
Anzeige
5. November 2014, 09:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neuer Finanzmarktwächter – ideologiefrei?

Im Januar startet die vom Verbraucherschutzministerium auf den Weg gebrachte Institution des Finanzmarktwächters. Ist diese neues Geld zur Pflege alter Vorurteile oder ein hoffnungsvoller Partner im Kampf gegen unseriöse Anlageprodukte?

Kommentar von Martin Klein, Geschäftsführer des Votum-Verbands

Neuer Finanzmarktwächter - ideologiefrei?

“Ohne die Institution des Finanzmarktwächters mit Vorschusslorbeeren auszustatten, gilt es ihn als Partner im Bemühen um eine seriöse Anlageberatung zu erkennen und zu nutzen.”

Eine Morgengabe des neuen Staatssekretärs für Verbraucherschutz, Gerd Billen, an seine ehemalige Wirkungsstätte VZBV, ist ein Frühwarnsystem für Fehlentwicklungen bei der Vermittlung von Finanzmarktprodukten an den Verbraucher zu entwickeln. Die Wahl des Ministeriums fiel auf die Verbraucherzentralen, da diese vermeintlich als erste erfahren, wo es Schwachstellen am Finanzmarkt gibt.

Bereits bei dieser grundsätzlichen Annahme bestehen jedoch erhebliche Zweifel. Üblicherweise wenden sich Verbraucher erst dann an Verbraucherzentralen, wenn sich die ihnen angebotenen Produkte nicht so wie prognostiziert entwickeln und Auszahlungen ausbleiben. Dann ist das Kind jedoch zumeist bereits in den Brunnen gefallen und die erhoffte Frühwarnfunktion greift nicht mehr.

Kompetenz bei den Verbraucherzentralen aufbauen

Es ist zu hoffen, dass die Anschubfinanzierung in Höhe von immerhin 1,5 Millionen Euro, insbesondere dazu genutzt wird, eine einheitliche Kompetenz bei den Verbraucherzentralen aufzubauen, die – frei von ideologischen Scheuklappen – nicht sofort jede Vermittlung einer kapitalgebundenen Rentenversicherung als Falschberatung klassifiziert, um stattdessen den Aufbau einer “Briefmarkensammlung” für die Altersvorsorge zu empfehlen.

Gelingt dies, ist die erhoffte Markwächterfunktion auch von seriös arbeitenden Vermittlern zu begrüßen. Es besteht Hoffnung, dass Anlageskandale, wie der von Prokon, bei dem 1,4 Milliarden Euro von 75.000 Kleinanlegern eingesammelt wurden, wenn nicht verhindert, so doch in ihrer Auswirkung verringert werden können. Wünschenswert ist, dass mit dem Finanzmarktwächter zukünftig auf Fehlentwicklungen ebenso bei der BaFin schneller reagiert wird, um Verbraucherschutz durchzusetzen.

 

Seite zwei: Institution des Finanzmarktwächters als Chance begreifen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...