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10. Mai 2012, 13:16
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Solvency II: Europäische Versicherer vernachlässigen Säule III

84 Prozent der europäischen Versicherer verfügen noch über keinen Berichtsrahmen, um der EU-Aufsicht die nach Solvency II geforderten Quartals- und Jahresberichte vorzulegen. Dies ergab eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung Bearing Point.

Solvency II hält Versicherer in AtemNach aktuellen Verlautbarungen der EU-Kommission soll die Solvency-II-Richtlinie zum 30. Juni 2013 in Kraft treten. Danach haben alle europäischen Versicherungsunternehmen noch ein halbes Jahr Zeit, ihre Governance-, Risk- und Compliance-Architektur an die neuen Anforderungen anzupassen.

Während jedoch die 350 befragten europäischen Unternehmen ihr Augenmerk auf Säule I (Kapitaleffizienz) und Säule II (Risikomanagement) richten würden, werde der Säule III (Reporting) nur wenig Beachtung  geschenkt, erklärt Bearing Point. Demnach haben nur 16 Prozent entsprechende Reporting-Vorkehrungen getroffen.

Zudem monieren die Berater, dass rund 40 Prozent der Teilnehmer die Komplexität eines Solvency-II-Reportings unterschätzen. „Die Versicherer erkennen zurzeit den Mehrwert der Säule-III-Analyse noch zu wenig“, sagt Patrick Maeder, Partner und Leiter für das Segment Versicherungen bei Bearing Point. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass speziell im Bereich Datenmanagement eine frühzeitige Analyse der Säule-III-Anforderungen den gesamten Implementierungsaufwand von Solvency II erheblich reduziert.“

Die Mehrheit von gut 60 Prozent der Befragten beabsichtigt immerhin, sich in den nächsten Wochen und Monaten für eine Säule-III-Lösung entscheiden zu wollen. Laut Umfrage bevorzugen die meisten europäischen Versicherer professionelle Unterstützung für ihr Meldewesen. Nur 15 Prozent planen, eine eigene Reporting-Lösung zu implementieren, während 85 Prozent eine Standard-Lösung verwenden wollen, heißt es in der Studie.

„Zurzeit erkennen wir einen klaren Markttrend weg von der Eigenentwicklung hin zu Standard-Lösungen für Säule III. Die Hauptgründe liegen bei der Risikomitigierung und den geringeren Gesamtkosten für die Implementierung und den Unterhalt“, sagt Frank Meys, Partner und Leiter Solvency II bei BearingPoint. (lk)

Foto: Shutterstock

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