Anzeige
Anzeige
4. Dezember 2012, 15:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: „Das Thema Pflege ist eine tickende Zeitbombe“

27 Millionen Bundesbürger werden voraussichtlich in spätestens zehn Jahren einen Pflegefall in der Familie haben, so eine Studie der R+V Versicherung. Dennoch haben nur rund zwei Prozent eine private Pflegeversicherung abgeschlossen. Vor allem Frauen seien von Pflegerisiko und Altersarmut betroffen.

Pflegeversicherung

Bereits heute haben zehn Millionen Menschen in Deutschland ein Familienmitglied, das gepflegt wird. Weitere 17 Millionen rechnen demnach in den nächsten fünf bis zehn Jahren damit. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Weil Zukunft Pflege braucht“ der R+V Versicherung auf Basis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich aktuell gut 2,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland – in den nächsten 20 Jahren steigt diese Zahl nach offiziellen Schätzungen auf 3,4 Millionen. „Das Thema Pflege ist eine tickende Zeitbombe und hat eine genauso große Sprengkraft wie das viel diskutierte Thema Altersarmut“, so Tillmann Lukosch, Vorstandsmitglied der R+V Krankenversicherung AG. „Unsere Gesellschaft rast im Eiltempo in die Pflegefalle‘“, so Lukosch weiter.

Pflegerisiko trifft Frauen doppelt

Frauen seien von Altersarmut und vom Pflegerisiko am stärksten betroffen, so der Versicherer. Vor allem das Thema Pflege treffe Frauen gleich doppelt: als Pflegende und als Pflegebedürftige. So sind es demnach überwiegend Frauen, die die Pflege von Angehörigen übernehmen.

Und auch unter den Pflegebedürftigen sind laut der Studie aktuell doppelt so viele Frauen wie Männer. Aufgrund ihrer durchschnittlich fünf Jahre längeren Lebenserwartung hätten Frauen im Vergleich zu Männern ein viel höheres Risiko, im Alter zum Pflegefall zu werden.

Pflegende Frauen stecken im Beruf zurück

Laut der Umfrage kümmern sich 62 Prozent der Deutschen, die pflegebedürftige Angehörige haben, selbst um die Betreuung. Eine „typische Pflegende“, so die Studie, ist 61 Jahre alt, verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, pflegt länger als drei Jahre und ist nicht berufstätig.

Aktuell sind demnach nur 42 Prozent der Frauen, die Angehörige pflegen, überhaupt berufstätig, vorwiegend in Teilzeit. Von diesen habe die Mehrheit ihre Arbeitszeit reduziert oder flexibler gestaltet, zusammen 52 Prozent. Betrage die Dauer der Pflege mehr als drei Stunden täglich, seien es sogar 69 Prozent, die Kompromisse im Job machen.

Positiv bewerten die Studienautoren, dass 73 Prozent der berufstätigen Frauen, die Angehörige pflegen, bei ihrem Arbeitgeber auf Verständnis treffen. Dennoch empfinden es demnach 55 Prozent der pflegenden Frauen, die berufstätig sind, dennoch schwer, die Pflege mit dem Beruf zu vereinbaren.

Pflege kostet Zeit, Kraft und Nerven

53 Prozent der pflegenden Frauen verbringen der Studie zufolge täglich drei Stunden und mehr mit der Pflege. Bei berufstätigen Frauen sind es demnach noch 37 Prozent, die diesen Pflegeaufwand jeden Tag zusätzlich leisten. 40 Prozent der pflegenden Frauen seien schon zwischen drei und zehn Jahren mit Pflege beschäftigt, neun Prozent sogar länger als zehn Jahre.

Trotz Unterstützung bleiben die meisten Pflegeaufgaben an den Frauen hängen, so die große Mehrheit der befragten Frauen, ob berufstätig oder nicht. 40 Prozent der pflegenden Frauen, die einen festen Partner haben, geben an, dass die Pflege die Beziehung belaste.

Die psychische Belastung wiege insgesamt deutlich schwerer als die körperliche, so die Studie. Zwei Drittel der pflegenden Frauen ziehen demnach die Bilanz, dass die Pflege sie psychisch stark oder sogar sehr stark belastet – unabhängig von Alter, Zeitaufwand und Pflegestufe des Angehörigen.

 

Seite zwei: Nur zwei Prozent der Bundesbürger haben Pflegezusatzversicherung

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...