Anzeige
Anzeige
11. März 2013, 12:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mittelstand: bAV-Nachfrage geht zurück

Die Beschäftigten im deutschen Mittelstand fürchten um ihren Lebensstandard im Alter, so eine aktuelle Studie der Generali Versicherungen und des F.A.Z.-Instituts. Demnach erwägen die Beschäftigten die drohenden Einnahmelücken im Ruhestand über die betriebliche Altersversorgung (bAV) zu schließen. Dennoch sei die Nachfrage im Jahresvergleich rückläufig.

Mittelstand: bAV-Nachfrage geht zurückDer Studie zufolge suchen sie Mitarbeiter das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber und lassen sich manche Mitarbeiter ausrechnen, mit welchen späteren Einnahmen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und aus der betrieblichen Altersversorgung sie rechnen können.

Allerdings fehle einem Teil der Beschäftigten demnach das Geld, um kapitalgedeckt für das Alter vorzusorgen. Nur jedes dritte mittelständische Unternehmen biete eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente an. Gut jeder zweite Betrieb habe zwar ein Anreizsystem für die betriebliche Altersvorsorge im Portfolio, die Teilnahmequote der Arbeitnehmer bleibe dennoch verbesserungswürdig.

Sicherheit und Flexibilität wichtiger als hohe Renditen

Die globale Banken- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 und ihre Folgen beeinflussen das Anlageverhalten der Menschen bis heute, so die Studienautoren. So legen die Beschäftigten in mittelständischen Betrieben demnach bei Vorsorgeprodukten großen Wert auf ein hohes Maß an Sicherheit der Kapitalanlage und auf Flexibilität bei den Beiträgen und den Auszahlungen.

Hohe Renditen seien für sie hingegen nur zweitrangig. Für die Arbeitgeber und Produktanbieter bedeute das, dass sich die Nachfrage nach Betriebsrenten primär über das Angebot von Garantien steigern lasse. Hierbei wollen die Betriebe der Studie zufolge keinen Druck auf die Beschäftigten ausüben und lehnen obligatorische Opting-out-Modelle für die betriebliche Altersversorgung mehrheitlich ab. Vielmehr wollen sie ihre Mitarbeiter durch die Qualität der Produkte und Beratung überzeugen.

Allerdings sehen die Personalverantwortlichen im Mittelstand noch einige rechtliche Baustellen, so die Studie. Beispielsweise solle der Gesetzgeber den Gesetzesrahmen für Betriebsrentenmodelle zukunftsfit machen, denn die demografische Entwicklung und ihre Folgen sowie die derzeitige Niedrigzinspolitik drohen demnach gerade die arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten langfristig zu verteuern.

Nachfrage im Jahresvergleich rückläufig

Im Vergleich zur ersten bAV-Studie der Generali Versicherungen und des F.A.Z.-Instituts ist der Anteil der Mitarbeiter, die über bAV-Anwartschaften verfügen, binnen Jahresfrist nach der Einschätzung der Personalverantwortlichen zurückgegangen. Das gelte insbesondere für die Beschäftigten, die nicht dem oberen oder mittleren Management angehören.

Ihre Teilnahmequote beträgt demnach 40,5 Prozent. Im Topmanagement liegt der Vergleichswert bei 62,9 Prozent, im mittleren Management bei 50 Prozent. Kleinere Betriebe mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern weisen die geringste Nachfrage nach betrieblicher Altersversorgung auf, die Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern die höchste.

“Die Marktdurchdringung bei der bAV im Mittelstand stagniert seit Jahren, obwohl der Bedarf groß ist und gute Produkte auf dem Markt sind”, meint Dr. Guido Birkner, Redakteur des F.A.Z.-Instituts und Autor der Studie, “die Entgeltkomponente Betriebsrente steht und fällt mit dem Engagement des Chefs und wird angesichts eines schrumpfenden Arbeitsmarktes ein immer wichtigeres Instrument zur Mitarbeiterbindung.”

Die Studie “Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2013” basiert auf der Befragung von 100 Personalverantwortlichen in mittelständischen Betrieben. Das Marktforschungsinstitut Forsa führte die Befragung im November 2012 in Form von computergestützten Telefoninterviews durch. (jb)

 

Foto: Shuttertstock

Anzeige

2 Kommentare

  1. Perfekt analysiert. Entgelt-umwandlung+Direktzusage mit/ohne pdUK ist der Königsweg. Und der vom Chef bezahlte VERMÖGENSPASS ist DER TürÖffner zur Mitarbeiter-Aktivierung, Eigenkapital-Stärkung und Steigerung der Lebensfreude am Arbeitsplatz.

    Kommentar von Frank L. Braun — 13. März 2013 @ 11:17

  2. Ein sehr interessanter Artikel. Leider ist es ja wirklich so, dass die meisten Arbeitnehmer einfach zu wenig informiert werden und vielleicht auch die Hemmschwelle “Was passiert wenn ich kündige” relativ groß ist. Ich weiß zum Beispiel von einem Bekannten, dass der Arbeitgeber eine bAV anbietet, aber die Arbeitnehmer mindesten 3 Jahre im Unternehmen bleiben müssen, ansonsten müssen sie die Zuschüsse des Arbeitsgebers zurückzahlen. Da überlegt man natürlich doppelt.

    Kommentar von Christian — 12. März 2013 @ 08:27

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Insurtechs unterzeichnen “Berliner Digital-Erklärung”

Auf Initiative des Maklerpools Blau direkt und des Insurtech-Unternehmens Knip haben am 13. Januar 2017 insgesamt 22 Insurtechs sowie zwei Maklerpools die “Berliner Digital-Erklärung” abgegeben. Ziel der Erklärung ist es, den digitalen Wandel der Branche voranzutreiben.

mehr ...

Immobilien

JLL: Hohe Zuwächse bei den Wohnungsmieten

Die Angebotsmieten für Wohnungen haben nach Angaben von Jones Lang LaSalle (JLL) in 2016 den höchsten Zuwachs der vergangenen Jahre verbucht. Der größte Anstieg wurde in Berlin registriert.

mehr ...

Investmentfonds

VanEck: 2017 markiert Start eines Gold-Bullenmarktes

Das Investmenthaus VanEck rechnet damit, dass in diesem Jahr eine langfristigen Gold-Hausse einsetzt.

mehr ...

Berater

BCA: Wüstenbecker verkauft Aktien

Wie der Oberurseler Maklerpool BCA mitteilt, veräußern Unternehmensgründer Jens Wüstenbecker und die Wüstenbecker GmbH & Co. KG ihre Aktien an der BCA AG. Vorübergehend übernimmt demnach die BBG aus Bayreuth das gesamte Aktienpaket. Mittelfristig soll es an weitere Unternehmen aus der Versicherungs- und Investmentbranche veräußert werden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Klumpe Rechtsanwälte: Neue Struktur, mehr Service

Die 1982 von Rechtsanwalt Werner Klumpe gegründete Anwaltskanzlei KSP mit Sitz in Köln firmiert seit dem 1. Januar 2017 unter dem Namen “Klumpe Rechtsanwälte” und hat sich neu positioniert.

mehr ...

Recht

Rentenberater muss Gewerbesteuer zahlen

Die Einkünfte eines selbstständigen Rentenberaters unterliegen der Gewerbesteuer. Sein Berufsbild entspricht nicht den Vergleichsberufen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Dies entschied das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil.

mehr ...