Anzeige
25. Juni 2013, 07:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LV-Wiederanlage: Den Milliarden-Markt knacken

Mehr als 90 Millionen Lebensversicherungsverträge gibt es in Deutschland. Viele Kunden werden demnächst in das klassische Auszahlungsalter “55 plus” kommen. Die Assekuranz verliert dadurch viel Geld – das muss nicht sein.

Wiederanlage von LV

Detlef Schmidt vermisst eine strategische und operationale Fokussierung auf Seiten der Anbieter – das ist schlecht für die Wiederanlagequote.

Anders als in früheren Jahren, als die Lebensversicherung zum Standard einer jeden Altersvorsorge gehörte, warnen mittlerweile Verbraucherschützer von der einen und sogar der Chef einer bekannten Versicherung von der anderen Seite öffentlich davor, dass sich Lebensversicherungen nicht mehr lohnen. Die verunsicherten Kunden sehen sich zunehmend nach Alternativen um.

Das Neugeschäft liegt am Boden – und gleichzeitig verlieren die Lebensversicherer immer noch jährlich Milliarden Euro aus ablaufenden Lebensversicherungen an den Wettbewerb. Schließlich gehen mit jeder ablaufenden Lebensversicherung den Unternehmen viel Kapital und in der Regel – mit Ausnahme beim Einmalbetrag – auch entsprechende Jahresprämien verloren. Doch immer noch ist das Wiederanlagemanagement von ausbezahlten Lebensversicherungen ein Stiefkind der Versicherer.

Auszahlungen übersteigen schon lange das Neugeschäft

Die umfassenden Studien der Unternehmensberatung SMC Schmidt Management Consulting zum Wiederanlagemanagement in Deutschland, Österreich und der Schweiz, seit 2003 alle zwei Jahre veröffentlicht, zeigen regelmäßig: Nur in Ausnahmefällen gelingt es den Versicherern, einen Großteil des abfließenden Kapitals im Unternehmen zu halten respektive wiederzugewinnen.

Schon heute übersteigen die Auszahlungen für Ablauf und Erleben die Einnahmen aus dem Neugeschäft bei Weitem – ein enormer Kapitalabfluss. Und wir reden hier nicht von den berühmten “Peanuts”, sondern von einem wachsenden Milliardenmarkt.

Die Summe der ausgezahlten Leistungen stieg von stabil je rund 72 Milliarden Euro in den Jahren 2008, 2009 und 2010 auf 85 Milliarden Euro im Jahr 2011, weist die Jahresstatistik 2012 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus.

Auch wenn sich die Auszahlungssumme 2011 aufgrund des Abschlussbooms der “12-Jährigen” in 1999 als Ausreißer nach oben präsentieren dürfte, in den kommenden Jahren werden sehr viele Kunden das typische Auszahlungsalter erreichen, das im Gros zwischen 55 und 65 Jahren liegt. The golden age of silver surfer!

Wiederanlagequote steigt nur langsam

Warum aber gelingt es den Versicherungsunternehmen noch immer nur schlecht, dieses Kapital in der Wiederanlage in ihrem Haus zu halten? Natürlich haben einige Kunden das Geld schlicht schon im Voraus verplant, um eine größere Anschaffung zu tätigen, sich einen Lebenstraum zu erfüllen, um Kredite zu tilgen.

Unseren Studien zufolge aber werden durchschnittlich über 40 Prozent der jährlich aus Lebensversicherungen ausbezahlten Gelder wieder angelegt. Nur eben zu großen Teilen bei der Hausbank oder Fondsgesellschaften, die – und das ist ein weiterer Grund –, teils über attraktivere kurzlaufende Produkte verfügen.

Weitere Gründe: mangelnde Professionalisierung der Kundenkommunikation und mangelnde strategische und operationale Fokussierung auf Seiten der Anbieter. So steigt die Wiederanlagequote nur langsam an. Immerhin liegt sie – nach langen Durststrecken – im Jahr 2011 bei einem Drittel der befragten Unternehmen bei zehn bis 15 Prozent und bei knapp 30 Prozent sogar darüber.

Seite zwei: Wiederanlage: Professionalisierung nötig

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...