31. März 2014, 08:00

“Drei von vier Maklerpools sind stehend k.o.”

Oliver Pradetto, Geschäftsführer des Lübecker Maklerpools Blau direkt, erläutert die Folgen, die eine Provisionsbegrenzung in der Lebensversicherung für den Markt hätte und wie dramatisch schon heute die Situation einzelner Pools ist.

PKV

“Die PKV stirbt. Wenn die Versicherer nicht anfangen, den freien Maklermarkt auf Augenhöhe zu sehen, wird niemand die PKV retten können.”

Cash.: Was waren im letzten Jahr die bestimmenden Themen für Blau direkt?

Pradetto: Im letzten Jahr haben wir intern die Personalkapazitäten aufgebaut, um uns auf weiteres Wachstum vorzubereiten. Vertrieblich haben wir das Thema Bildung vorangebracht. Mit der Fördermitgliedschaft bei der Deutschen Maklerakademie und der Zertifizierung bei “gut beraten” wollen wir Makler darin unterstützen, über Qualität Erträge zu steigern.

Wie sieht Ihre Strategie für 2014 aus?

Wir bauen unseren Service massiv aus und garantieren erstmals, was sich bislang niemand im Markt zuvor getraut hat: Wir steigern den Ertrag jedes neuen Partners innerhalb des ersten Jahres um 20 Prozent. Für diese Garantie stehen wir finanziell ein.

Die PKV ist in den letzten Jahren ein Sorgenkind. Wie wird es mit ihr weitergehen?

Die PKV hat sich mit Beitragserhöhungen, Courtagedeckelungen und vor allem der Haftungsauslagerung auf den Makler abgeschossen. Immer mehr Makler steigen aus diesem Geschäft aus. Die PKV stirbt. Wenn die Versicherer nicht anfangen, den freien Maklermarkt auf Augenhöhe zu sehen und nötige Maßnahmen abzustimmen, wird niemand die PKV retten können. Die Lebensversicherer schicken sich aktuell an, den gleichen Fehler zu begehen.

Teile des GDV fordern eine Provisionenbegrenzung bei Lebensversicherungen. Welche Folgen hätte das für Makler und Pools?

Die Zahl von Pools und Maklern sinkt drastisch. Eine Deckelung wird das lediglich beschleunigen. Blau direkt stellt sich als beitragsfinanzierter Pool seit Jahren auf diese Entwicklung ein und versetzt seine Makler in die Lage, diesen Prozess zu überstehen.

Seite zwei: Kooperationen aus der Not heraus geboren

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3 Comments

  1. Was ist das denn für eine schlechte Berichterstattung – wieso wird nicht kritisch hinterfragt, welche Pools angeblich pleite sind? Warum lässt man den Herren solche unbelegten Aussagen durchgehen , die ein schlechtes Bild auf die Vermittlerschaft werfen?! Ich arbeite seit Jahren mit grossen und erfolgreichen Pools zusammen und habe bis heute keinerlei Nachteile sondern nur Vorteile daraus gehabt. Mfg aus Münster

    Kommentar von Dirk Richter — 5. April 2014 @ 00:03

  2. Ein Trauerspiel! Warum müssen immer die Kleinen für die Fehler der Großen (Vorstände, Vertriebe) die Verantwortung übernehmen. Würde endlich und Einheitlich auf Honorarberatung mit entsprechender Qualifikation und Gebührentabelle, wie bei Rechtsanwälten und Steuerberater, umgestellt werden wäre das Thema vom Tisch, die Bürger wüsten woran sie sind und der Berater erst recht. Folge: Seriöse Beratungen, ernst gemeinte Kunden, bessere und weniger Produkte, weniger Altersarmut etc.. Das müsste natürlich einheitlich geschehen ohne Ausnahmen und dauerhaft publiziert werden. Damit es jeder Bürger kapiert..

    Kommentar von Oliver Hammes — 3. April 2014 @ 06:57

  3. das ist nicht nur ein Poolproblem. Ich schreibe seit Monaten zu diesem Thema. Der Vertrieb ist so weit gedrückt mit Provisionierung. Jedwede Regulierung zu Lasten der Vermittler ist existensvernichtend und nicht mehr bedrohend. Über diese Phase sind wir hinaus. Die Vermittler können nicht für die familiären Risiken ihrer Kunden geradestehen müssen. Wer übernimmt denn die Risiken der Vermittler. Unverschämt und menschenunwürdig ist diese ewige Urteilerei über Vermittlerleben.

    Kommentar von Heinz-Bert Müssig — 1. April 2014 @ 19:43

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