Anzeige
Anzeige
8. Juni 2015, 09:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Riester-Rente: “Einheitliche Beurteilungsmaßstäbe vonnöten”

Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg, spricht im Interview mit Cash. über die Zukunftsaussichten der Riester-Rente, die Fehler in der geförderten Altersvorsorge, die zu korrigieren seien und erklärt, warum er eine “Riester-Transparenzoffensive” für dringend erforderlich hält.

Riester-Rente: Es wird Zeit für einheitliche Beurteilungsmaßstäbe

Michael Franke: “Für den Kunden ist es wichtig, dass er die Kosten einfach vergleichen kann, denn es gibt auch bei Riester wie in allen Bereichen günstige und teure Anbieter.”

Cash.: Derzeit nutzen weniger als die Hälfte aller Förderberechtigten die Riester-Rente. Wie kann der Verbreitungsgrad gesteigert werden?

Da sich Anbieter, Verbraucherschützer, Medien und auch die Politiker uneins sind, ob man Riester empfehlen soll oder nicht, sind bestehende und potenzielle Kunden in einem hohen Maß verunsichert und schließen im Zweifel keinen Riester-Vertrag ab beziehungsweise sorgen im schlimmsten Fall überhaupt nicht für das Alter vor.

Es wird Zeit, dass die Fachwelt im Kern einheitliche Beurteilungsmaßstäbe zu Grunde legt. Berücksichtigt man beispielsweise die Förderung bei der Renditebetrachtung oder nicht? Vergleicht man die Flexibilität der Riester-Rente mit Verträgen der dritten Schicht oder eher in Anlehnung an die erste Schicht? Wie wichtig ist der Aspekt der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos in Relation zur Renditebetrachtung? Auf welche Zielgruppen bezieht sich die jeweilige Analyse und Empfehlung?

Förderlich für den Verbreitungsgrad wäre auch, die Anrechnung von Riester-Renten auf die Grundsicherung abzuschaffen, damit sich riestern auch für Geringverdiener lohnt.

Immer wieder wird die Kostenbelastung von Riester-Produkten kritisch hinterfragt. Was ist dran an dieser Kritik?

Die Kosten sind sowohl bei Riester-Rentenversicherungen als auch bei jedem anderen Produkt zur Altersversorgung ein Thema – gerade in Zeiten extrem niedriger Zinsen. Für den Kunden ist es wichtig, dass er die Kosten einfach vergleichen kann, denn es gibt auch bei Riester wie in allen Bereichen günstige und teure Anbieter.

Der Vergleich ist aber für den Laien im Grunde nicht möglich. Denn der Gesetzgeber hat zwar mit dem Ausweis der Effektivkosten einen einheitlichen Maßstab vorgegeben, es jedoch versäumt, auch das Berechnungsverfahren dieser Größe vollständig zu regeln. Daher gibt es je nach Gesellschaft unterschiedliche Verfahrensweisen und selbst Experten tun sich bei der seriösen Bewertung der Anbieter schwer. Wer die Vorgaben, wie hier für Kosten, definiert, sollte dies abschließend tun und keine Grauzonen für unterschiedliche Annahmen oder Rechenwege belassen.

Eine weitergehende Transparenzoffensive des Gesetzgebers oder noch besser, der Anbieter ist dringend erforderlich.

Seite zwei: Warum ist die Flexibilität der Riester-Rente eingeschränkt?

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Ihr habt es noch nicht kapiert: Transparenz und sonstige Worthülsen verunsichern den Verbraucher nur noch mehr. Um das Vertrauen wieder herzustellen, wäre es dringend notwendig, die zu Unrecht zurückgeforderten Zulagen trotz Fristversäumnis wieder gutgeschrieben zu bekommen. Die Riester-Rente gehört nicht im Steuer-Recht, sondern im Rentenversicherungs-Recht angesiedelt. Das ist die Lösung und nicht irgendwelche weiteren Produktvergleiche.

    Kommentar von Josef Ram — 10. Juni 2015 @ 22:13

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

Studie: Keine spürbaren Entlastungen durch PSG I

Nur ein Viertel der Pflegenden in Deutschland stellen seit dem Inkrafttreten des ersten Pflegestärkungsgesetzes (PSG I) eine Verbesserung der eigenen Situation fest. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Continentale Krankenversicherung hervor.

mehr ...

Immobilien

Patrizia kauft den Commerzbank-Tower

Die Patrizia Immobilien AG kauft eines der Wahrzeichen der Frankfurt Skyline – den Commerzbank-Tower. Das Gebäude am Kaiserplatz ist mit seinen 259 Metern das höchste Gebäude in Deutschland.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank im Abwärtsstrudel

Die Verunsicherung über die Stabilität der Deutschen Bank sitzt tief – trotz aller Bemühungen der Frankfurter, wieder Ruhe einkehren zu lassen. Und langsam werden auch andere Geldhäuser in Mitleidenschaft gezogen. Die Finanzmärkte sind hochnervös.

mehr ...

Berater

Commerzbank: Jobabbau vor allem in Deutschland

Weniger Stellen, weniger Geschäftsbereiche, mehr Digitalisierung – der neue Konzernchef Zielke baut die Commerzbank radikal um. Der Vorstand ist überzeugt, die Bank damit profitabler zu machen. Der Verkauf der Firmenzentrale spült Geld in die Kasse.

mehr ...

Sachwertanlagen

Buss Capital veröffentlicht Leistungsbilanz 2015

Der Asset Manager Buss Capital hat seine Leistungsbilanz für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht. Im Schnitt zahlten die zehn laufenden geschlossenen Fonds demnach 6,4 Prozent der Einlagen an die Anleger aus.

mehr ...

Recht

34i GewO: Der Countdown läuft

In einem knappen halben Jahr müssen Baufinanzierungsberater den Sachkundenachweis für Paragraf 34i GewO haben. Neben einigen Herausforderungen bietet sich die Chance, die Professionalisierung der Branche voranzutreiben. Gastbeitrag von Jörg Haffner, Qualitypool

mehr ...