10. März 2016, 11:09

Hannover Rück erzielt erstmalig Milliardengewinn

Geringe Großschäden und geglückte Finanzgeschäfte haben dem weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück 2015 seinen ersten Milliardengewinn beschert. Trotz der Niedrigzinsen und des Preiskampfs in der Branche verdiente der kleinere Rivale der Munich Re unter dem Strich 1,15 Milliarden Euro und damit fast 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hannover Rück erzielt erstmalig Milliardengewinn

Die Hannover Rück weitete ihr Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr weiter aus. Zusätzlich getrieben vom starken US-Dollar, legten die Bruttoprämien-Einnahmen um fast 19 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro zu.

Die Aktionäre können sich auf die höchste Dividende der Konzerngeschichte freuen: Vorstandschef Ulrich Wallin kündigte eine weitere Sonderausschüttung an – die vierte und höchste in der Geschichte der Hannover Rück.

Am Aktienmarkt kamen die Neuigkeiten gut an. Zum Handelsstart gewann die Aktie des MDax-Unternehmens 3,1 Prozent an Wert. Analysten hatten bei Überschuss und Dividende geringere Steigerungen erwartet. Der Vorstand hatte bis zuletzt offiziell nur einen Gewinn von rund 950 Millionen Euro in Aussicht gestellt, auch wenn Finanzchef Roland Vogel bereits im Herbst ein höheres Ergebnis für möglich hielt.

Starkes Wachstum bei Bruttoprämien-Einnahmen

Insgesamt will die Hannover Rück für das abgelaufene Jahr 4,75 Euro je Aktie an die Anteilseigner auszahlen, 50 Cent mehr als im Vorjahr. Die reguläre Dividende soll von 3,00 auf 3,25 Euro und die Sonderdividende von 1,25 auf 1,50 Euro steigen. Damit schüttet die Hannover Rück die Hälfte ihres Jahresgewinns aus – deutlich mehr als ihre übliche Quote von 35 bis 40 Prozent.

Rückversicherer sitzen wegen geringer Großschäden und Kursgewinnen bei hochverzinsten Anleihen seit Jahren auf immer dickeren Kapitalpolstern. Wegen eines anhaltenden Preiskampfs im Schaden- und Unfallgeschäft können sie das zusätzliche Kapital aber kaum rentabel zur Absicherung weiterer Risiken einsetzen. Auch deshalb geben Rückversicherer wie Weltmarktführer Munich Re und die Hannover Rück immer mehr Geld an ihre Aktionäre zurück und verzichten auf mehr Geschäft. Die Münchner kämpfen zudem mit sinkenden Gewinnen, während die Hannoveraner den vierten Rekordgewinn in Folge hinlegen.

Dabei weitete die Hannover Rück ihr Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr weiter aus. Zusätzlich getrieben vom starken US-Dollar, legten die Bruttoprämien-Einnahmen um fast 19 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro zu. Nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb blieb von den Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft mehr übrig als im Vorjahr: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 94,7 auf 94,4 Prozent.

Seite zwei: Großschäden um mehr als ein Drittel höher als im Vorjahr

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Bundesfinanzhof: Staat darf Rente besteuern

Der deutsche Staat darf Renten besteuern. Der Bundesfinanzhof (BFH) in München hat in einem am Mittwoch bekannt gegebenen Urteil seine grundsätzliche Linie bestätigt.

mehr ...

Immobilien

Verschuldungsbereitschaft in Deutschland auf hohem Niveau

Auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage investieren immer mehr Menschen in Immobilieneigentum. Dafür sind sie nach einer aktuellen Analyse von Immobilienscout24 bereit, sich immer höher zu verschulden.

mehr ...

Investmentfonds

Tim Rainsford wechselt von Man Group zu Gam und wird neuer Vertriebschef

Der Investmentspezialist Gam bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Vertriebschef ein. Er verfügt über eine langjährige Branchenerfahrung und gilt als fundierter Kenner in der Szene.

mehr ...

Berater

Deutsche Makler Akademie kooperiert mit Wolters Kluwer

Die Deutsche Makler Akademie (DMA) hat eine Kooperation mit dem Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer Deutschland vereinbart. DMA-Seminarteilnehmern stehen hierdurch demnach unter anderem rabattierte Fachbücher zur Verfügung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Leiden der Flugzeugriesen

Schlechte Nachrichten für Airbus: Das Triebwerks-Desaster beim Militärtransporter A400M kommt den Luftfahrt- und Rüstungskonzern teuer zu stehen. Doch während die Europäer den Gewinn im zweiten Quartal dank Sondereinnahmen trotzdem erheblich steigern konnten, geriet US-Erzrivale Boeing in die Verlustzone.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...