Studie: Versicherungskunden sind offen für häufigere Ansprache

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Eine Frau liest am Schreibtisch einen Brief
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Der gute alte Brief zählt weiterhin zu den beliebtesten Kommunikationswegen (Symbolbild).

Versicherungskunden stehen regelmäßigen Kontakten ihrer Anbieter vergleichsweise offen gegenüber. Eine aktuelle Untersuchung von Sirius Campus zeigt zugleich, welche Kommunikationswege gefragt sind und welche Rolle soziale Netzwerke und Finfluencer inzwischen spielen.

Rund die Hälfte der Versicherungskunden erwartet, regelmäßig über neue Versicherungsangebote informiert zu werden. Gegenüber 2020 ist dieser Anteil leicht gestiegen, langfristig bewegt er sich bei etwa 50 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Schwerpunktuntersuchung „Ansprachepräferenzen“ aus dem Sirius Campus Kundenmonitor Assekuranz 2026. Grundlage sind 2.024 repräsentative Online-Interviews mit 18- bis 69-jährigen Versicherungsentscheidern und -mitentscheidern im Juni und Juli 2026.


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Demnach öffnen rund 80 Prozent der Kunden Briefe ihres eigenen Versicherers, etwa zwei Drittel lesen sie ausführlich. Rund 40 Prozent vergleichen die darin enthaltenen Angebote mit ihren bestehenden Verträgen. Bei E-Mails des eigenen Versicherers liegen die Werte nur geringfügig darunter. Bei der Ansprache durch fremde Gesellschaften erhalten postalische Mailings dagegen deutlich mehr Aufmerksamkeit als E-Mails.

Briefe und E-Mails bleiben bevorzugte Kontaktwege

Persönlich adressierte Briefe und E-Mails zählen der Untersuchung zufolge weiterhin zu den beliebtesten Kommunikationswegen. An Bedeutung gewonnen haben Kurzmitteilungen sowie Nachrichten im Kundenportal.

Über eine hohe Kontaktfrequenz durch den eigenen Versicherer ärgern sich vergleichsweise wenige Kunden. Bei Werbebriefen mit allgemeinen Broschüren liegt das Risiko einer Verärgerung laut Sirius Campus bei zehn Prozent, bei Briefen fremder Versicherer bei höchstens 20 Prozent. Noch geringer ist es bei Schreiben mit konkreten Vertragsinformationen, individuellen Angeboten oder Hinweisen zu Vertragsänderungen. Zwei Kontakte dieser Art pro Jahr gelten der Untersuchung zufolge als unproblematisch.

Auch soziale Netzwerke gewinnen für Versicherer an Bedeutung. 35 Prozent der Befragten finden es gut, sich dort über Versicherungen informieren zu können. Über alle Branchen hinweg sind es 52 Prozent. 36 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten Versicherungsinhalte in sozialen Netzwerken wahrgenommen.

Versicherungswerbung in sozialen Netzwerken wird sichtbarer

An Werbung von Versicherungsgesellschaften in sozialen Netzwerken können sich 40 Prozent der Befragten erinnern. Im Jahr 2020 waren es 17 Prozent. Unter jüngeren Kunden haben zuletzt 69 Prozent entsprechende Werbung wahrgenommen.

Gleichzeitig ist die Zufriedenheit mit den Social-Media-Auftritten der Versicherer gestiegen: von 35 Prozent im Jahr 2020 auf 56 Prozent. Nach Angaben von Sirius Campus erhöht bereits der Sprung von einer „guten“ zu einer „sehr guten“ Bewertung des Auftritts die Wahrscheinlichkeit einer Kontaktaufnahme mit einem Vermittler um mehr als 50 Prozent.

Die Untersuchung befasst sich außerdem mit Finanz-Influencern. Die höchste Bekanntheit unter den untersuchten Angeboten erreicht Thomas Kehl mit dem Kanal „Finanzfluss“: 22 Prozent haben bereits von ihm oder dem Kanal gehört. Es folgen Finanztip mit Saidi Sulilatu und Aktien mit Kopf von Kolja Barghoorn.

Zweifel an der Unabhängigkeit von Finfluencern

Finfluencer werden vor allem für ihre Fähigkeit positiv beurteilt, Finanzthemen verständlich zu erklären. Zugleich bestehen Zweifel an ihrer Unabhängigkeit. Unter den Nutzern äußern 69 Prozent entsprechende Vorbehalte, bei den Nichtnutzern sind es 48 Prozent.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Versicherer bei der Ansprache ihrer Kunden nicht zurückhaltender, sondern relevanter werden müssen“, erläutert Christoph Müller, Geschäftsführer und Gründer von Sirius Campus. „Kunden sind für Kontakte durchaus offen, wenn sie einen konkreten Nutzen erkennen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Relevanz, Qualität und Glaubwürdigkeit – bei Brief und E-Mail ebenso wie in sozialen Netzwerken oder bei Finfluencern.“

Quelle: Sirius Campus


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