Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass die Argumente für weitere monetäre Lockerungen schwinden. Das robuste Wachstum sollte einerseits zu anhaltendem Inflationsdruck führen – die Teuerungsrate dürfte deutlich über 2,0% verharren. Andererseits sollte die Investitionsbelebung auch die Beschäftigungsnachfrage beflügeln und die Arbeitslosenquote senken. Der vermehrte Einsatz von KI dürfte diesen Trend lediglich dämpfen, aber nicht gänzlich außer Kraft setzen. In unserem Basisszenario rechnen wir daher für 2026 mit keiner weiteren Leitzinssenkung mehr beziehungsweise erwarten bestenfalls noch einen Schritt um 25 Basispunkte zur Jahresmitte. Nicht auszuschließen ist, dass mit dem Wechsel an der Fed-Spitze und dem massiven politischen Druck der Offenmarktausschuss am Ende doch zu einem Ausführungsorgan des US-Präsidenten mutiert. Allerdings sind die Trump-Anhänger im FOMC eindeutig in der Minderheit, weshalb wir einem aggressiven Leitzinssenkungsszenario nach wie vor nur eine Außenseiterchance einräumen.
Schwellenländer bleiben Wachstumsmotor
Unter den Schwellenländern ist nach wie vor China am stärksten von den US-Strafzöllen belastet, die der chinesische Außenhandel indes bislang gut weggesteckt hat (siehe Grafik 2). Dank vermehrter Ausfuhren nach Asien und Europa befindet sich der Export weiterhin im Aufwind. Das eigentliche Problem bleibt die Binnennachfrage. Die chinesische Regierung hat aber keine Zweifel daran gelassen, dass sie notfalls weitere fiskalische Stimuli lancieren wird, sollte das Wachstum namhaft unter 5% abrutschen. China dürfte somit zwar kein Wachstumsmotor, aber auch kein Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr sein.
Außerhalb Chinas wachsen viele Schwellenländer mit einer Rate von 5% bis 7% – allen voran Indien, aber auch Vietnam, Taiwan, Indonesien, die Philippinen, Malaysia sowie einige arabische (Saudi-Arabien) und afrikanische (Kenia) Staaten. In vielen Regionen ist das Inflationsproblem überwunden und es hat sich ein endogener Aufschwung etabliert. Mit den nachlassenden geopolitischen Spannungen sollte auch dort die Dynamik eher zu- als abnehmen.











