Bilthouse zum neuen Heizungsgesetz: „Signal der Vernunft, aber kein Freibrief“

Foto: KI-generiert (ChatGPT)
KI-generiertes Symbolbild.

Die Regierungsfraktionen haben Eckpunkte für ein neues Heizungsgesetz vorgestellt. Nun nehmen Verbände und Unternehmen nach und nach Stellung. Hier der Kommentar von Tomas Peeters, CEO der auf Finanzierungen spezialisierten Bilthouse-Gruppe (unter anderem Baufi24, Hüttig & Rompf, Creditweb).

„Lockerung des Heizungsgesetzes – ein Signal der Vernunft, aber kein ökonomischer Freibrief für energetischen Stillstand“: So überschreibt die Bilthouse-Gruppe den Kommentar von CEO Tomas Peeters:

„Die angekündigten Pläne zur Lockerung und Entbürokratisierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sind aus Marktsicht zunächst ein wichtiges Signal der Deregulierung. Weniger Zwang und mehr Flexibilität können den Sanierungsstau in Deutschland jedoch nicht allein auflösen.

Jetzt ist Besonnenheit gefragt. Ob die geplanten Erleichterungen in der Praxis tatsächlich zu einer spürbaren finanziellen Entlastung führen, bleibt abzuwarten. Die Details der Umsetzung werden darüber entscheiden, ob wir hier eine echte bürokratische Kehrtwende erleben oder lediglich eine zeitliche Verschiebung notwendiger Investitionen.


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Als Finanzierungsexperten mahnen wir jedoch zur Weitsicht: Eine Lockerung der gesetzlichen Einbaupflichten ist kein wirtschaftlicher Freibrief für den dauerhaften Verbleib bei fossilen Heizsystemen. Wer die gewonnene Freiheit dazu nutzt, jetzt noch schnell auf veraltete Öl- oder Gasheizungen zu setzen, läuft Gefahr, in eine wirtschaftliche Falle zu tappen. Die CO2-Bepreisung ist ein marktwirtschaftlicher Mechanismus, der in den kommenden Jahren unerbittlich anziehen wird. Wer die kurzfristige Ersparnis beim Einbau gegen die langfristig steigenden Betriebskosten durch fossile Brennstoffe aufrechnet, könnte eine böse Überraschung erleben. Zumal die „Grüngasquote“ auf wackeligen Beinen steht, die ausreichende Versorgung damit ist nicht sicher.

Zudem dürfen Immobilienbesitzer den Faktor Werterhalt nicht unterschätzen. Banken und Finanzierungspartner schauen heute genauer denn je auf die energetische Beschaffenheit eines Objekts. Eine Immobilie, die heute nicht zukunftsfähig saniert wird, ist morgen ein Risiko im Portfolio – sowohl für den Eigentümer als auch für den Kreditgeber. Unser Rat lautet daher: Die gewonnene Flexibilität nutzen, um Sanierungen klug und ohne Zeitdruck zu planen, aber den Pfad der Transformation keinesfalls zu verlassen. Souveränität bedeutet heute, sich unabhängig von fossilen Preisspiralen zu machen.“

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