Börsenjahr 2023: Zeitenwende – auch für Anleger

Foto: IAC
Jörg Wiechmann, IAC

Das Börsenjahr 2022 in einem Wort? Zeitenwende – das Wort des Jahres passt aus Sicht von Jörg Wiechmann. Und es wird weiter passen, meint der Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC).

Die Zeitenwende an den Kapitalmärkten erklärt er so: Inflation auf Rekordniveau, als Folge daraus eine historische Zinswende und Rückschläge für Anleger auf allen Ebenen. Immobilienpreise sanken nach mehr als zehnjährigem Boom, Zinspapiere erlebten einen historischen Crash, am härtesten traf es Krypto-Vermögenswerte. „Auch Aktien kamen nicht ungeschoren davon“, sagt Wiechmann. Der IAC sah die Probleme durch Inflation und Zinswende kommen und agierte mit seinem Club-Fonds mit internationalen Qualitätsaktien defensiv. Das Jahresergebnis von rund minus sieben Prozent sei vergleichsweise gut – ansonsten habe es auf dem Markt meist klar zweistellige Verluste gegeben.

Neues Jahr, Zeitenwende vorbei? Wiechmann und sein Team glauben nicht daran. Trotz einer leichten Entspannung bringe die Inflation weiter steigende Preise für Verbraucher und in der Folge steigende Löhne und Zinsen. Das bedeute Gegenwind für Vermögenspreise: „Für Anleger, die im vergangenen Jahrzehnt ihr Vermögen mit Aktien verdoppelt und verdreifacht, oder auch solche, die vom Immobilienboom profitiert haben, geht es deshalb nun vor allem darum, die erzielten Gewinne bestmöglich zu erhalten“, sagt der IAC-Geschäftsführer.

Die gute Nachricht: Aufgrund der teils erheblichen Kursverluste im vorigen Jahr würden Aktien mittlerweile wieder günstig bewertet. Und sie profitierten langfristig von Inflation, weil Unternehmen ihre Preise dann schneller steigern könnten. „Auf Sicht von fünf bis zehn Jahren winken mit Aktien daher durchaus attraktive Renditen“, betont Wiechmann. „Den DAX sehen wir beispielsweise bis 2030 von aktuell rund 14.000 in Richtung 25.000 Punkte steigen.“ Ob auf dem Weg dorthin das Jahr 2023 holprig werde oder nicht, könne niemand vorhersehen – „es muss den langfristig orientierten Aktienanleger aber auch nicht interessieren“.

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