bPV gewinnt an Bedeutung: Steigende Eigenanteile rücken Vorsorge in den Fokus

Thomas Brahm
Foto: Debeka
Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbandes: "Betriebliche Absicherungen werden angesichts der demografischen Entwicklung immer relevanter.“

Vorsorge gegen steigende Pflegekosten wird für viele Beschäftigte wichtiger. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich eine große Mehrheit eine betriebliche Pflegeversicherung vom Arbeitgeber wünscht. Auch im Vergleich zu klassischen Zusatzleistungen schneidet sie deutlich besser ab. Es gibt klare Erwartungen an Politik und Firmen.

Mehr als drei Viertel der abhängig Beschäftigten in Deutschland würden es begrüßen, wenn ihr Arbeitgeber eine betriebliche Pflegeversicherung zur Absicherung von Eigenanteilen im Pflegefall anbietet. Das zeigt eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des PKV-Verbands. Konkret sprechen sich 76,3 Prozent der Befragten für eine solche Zusatzleistung aus.

Auch im Vergleich zu anderen Benefits fällt das Urteil deutlich aus. Für 64,2 Prozent der Beschäftigten wäre eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Pflegeversicherung wertvoller als klassische Zusatzleistungen wie ein Dienst-Handy oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr. Knapp 20 Prozent zeigen sich unentschieden, während 16,1 Prozent eine geringere Bedeutung sehen.

Die Ergebnisse unterstreichen den wachsenden Stellenwert der Pflegevorsorge in der Arbeitswelt. Steigende Eigenanteile in der stationären Pflege und die demografische Entwicklung rücken das finanzielle Risiko für Beschäftigte zunehmend in den Fokus.

Pflegevorsorge rückt stärker in den Blick

„Betriebliche Absicherungen werden angesichts der demografischen Entwicklung immer relevanter“, sagt der Vorstandsvorsitzende des PKV-Verbands, Thomas Brahm. „Insbesondere mit Blick auf die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege. Die kapitalgedeckte betriebliche Pflegeversicherung kann das finanzielle Risiko dieser Pflegelücke nicht nur effizient zu günstigen Prämien, sondern auch nachhaltig und generationengerecht absichern. Deswegen sollte die Politik dieses sinnvolle Vorsorgeinstrument stärker steuerlich fördern.“


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Die betriebliche Pflegeversicherung ist Teil der betrieblichen Krankenversicherung, die sich weiterhin dynamisch entwickelt. Im Jahr 2025 bieten rund 60.000 Unternehmen in Deutschland ihren Beschäftigten eine vollständig arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung an. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 15,6 Prozent beziehungsweise 8.200 Unternehmen.

Parallel dazu wächst auch die Zahl der Versicherten. Insgesamt profitieren 2,82 Millionen Beschäftigte von einer betrieblichen Krankenversicherung. Darunter entfallen rund 450.000 Personen auf eine betriebliche Pflegeversicherung. Das entspricht einem Anstieg von 14,8 Prozent beziehungsweise 364.300 zusätzlichen Versicherten.

bKV bleibt Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte

Neben der Pflegevorsorge spielt die betriebliche Krankenversicherung insgesamt eine wichtige Rolle im Wettbewerb um Fachkräfte. Umfragen zeigen, dass rund 68 Prozent der Beschäftigten diese Zusatzleistung vom Arbeitgeber begrüßen würden. Für 55 Prozent wäre eine betriebliche Krankenversicherung sogar wichtiger als andere Zusatzleistungen wie Jobtickets oder Mobiltelefone.

„In Zeiten eines sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels ist die bKV ein strategischer Vorteil für Unternehmen“, betont Brahm. „Sie stärkt die Mitarbeiterbindung, erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber und schafft gleichzeitig einen echten gesundheitlichen Mehrwert.“

Inhaltlich versteht sich die betriebliche Krankenversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung. Sie deckt Leistungen ab, die von den Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen werden, etwa hochwertigen Zahnersatz oder Wahlleistungen im Krankenhaus. Auch Auslandsreisekranken-, Krankentagegeld- und Pflegezusatzversicherungen können Bestandteil sein.

Ein Vorteil für Beschäftigte liegt in den vereinfachten Zugangsbedingungen. Da ganze Belegschaften versichert werden, verzichten Versicherer häufig auf eine Gesundheitsprüfung. In vielen Tarifen besteht zudem die Möglichkeit, den Versicherungsschutz auf Angehörige auszuweiten.

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