Frauen sind von den gesundheitlichen Folgen der Zeitumstellung deutlich häufiger betroffen als Männer. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Demnach berichten fast 40 Prozent der Frauen von Beschwerden nach der Umstellung, während es bei den Männern 22 Prozent sind. Zu den häufigsten Symptomen zählen Müdigkeit und Erschöpfung.
78 Prozent der Betroffenen geben an, sich nach der Zeitumstellung müde und schlapp zu fühlen. 66 Prozent berichten von Einschlafproblemen oder Schlafstörungen, während 44 Prozent unter Konzentrationsproblemen leiden. Auch Gereiztheit tritt häufig auf. 34 Prozent der Frauen geben an, nach der Zeitumstellung schneller gereizt zu sein. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 27 Prozent.
Unterschiede bei Belastung und Alltag
Insgesamt empfindet rund ein Drittel der Bevölkerung die Zeitumstellung als belastend. Besonders betroffen sind Menschen im Alter zwischen 30 und 44 Jahren. In dieser Gruppe berichten 36 Prozent von gesundheitlichen Problemen, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den 45- bis 59-Jährigen liegt der Anteil bei 33 Prozent, während er bei den 24- bis 29-Jährigen mit 24 Prozent deutlich niedriger ausfällt.
Unterschiede zeigen sich auch im Arbeitsalltag. Erwerbstätige Männer haben häufiger Schwierigkeiten, nach der Zeitumstellung pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. 24 Prozent berichten davon, bei den Frauen sind es 15 Prozent.
Mehrheit hält Zeitumstellung für überflüssig
Die Ablehnung der Zeitumstellung bleibt hoch. 71 Prozent der Befragten halten sie für überflüssig. Damit liegt der Wert nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Besonders deutlich ist die Ablehnung bei älteren Menschen. In der Altersgruppe ab 60 Jahren sprechen sich 80 Prozent für eine Abschaffung aus. Gleichzeitig leiden sie vergleichsweise selten unter den gesundheitlichen Auswirkungen.
Bei jüngeren Menschen ist die Zustimmung höher. In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen befürworten 44 Prozent die Zeitumstellung. Bei den über 45-Jährigen sind es nur 18 Prozent.
Politische Entscheidung weiter offen
Die Zeitumstellung wurde in Deutschland 1980 eingeführt, um Energie zu sparen. Seit 1996 gilt sie europaweit. Zwar hat das Europäische Parlament bereits 2019 für eine Abschaffung gestimmt, eine einheitliche Umsetzung ist bislang jedoch nicht erfolgt. Damit ist die Entscheidung, ob künftig dauerhaft Sommer- oder Winterzeit gelten soll, weiterhin offen.













