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ELTIF gewinnen an Dynamik: Warum sich ein genauer Blick für Berater lohnt

Foto: Moventum
Michael Patzelt, Moventum

ELTIFs erleben einen deutlichen Wachstumsschub. Neue Fonds, klarere Regulierung und steigendes Interesse institutioneller Anbieter rücken die Anlageklasse stärker in den Fokus der Beratung. Für Vermittler eröffnet sich damit ein Markt, der noch jung ist, aber schnell reift. Genau hier liegt die Chance.

Die Abkürzung klingt technisch, das Potenzial ist enorm: ELTIFs – European Long-Term Investment Funds – sind die jüngste Ergänzung im Fondsuniversum und gewannen 2025 spürbar an Fahrt. Laut aktuellen Marktdaten sind allein im vergangenen Jahr über 80 neue ELTIFs aufgelegt worden, die in Infrastruktur, Energieprojekte oder mittelständische Unternehmen investieren. Damit kratzt die Gesamtzahl bereits an der 200er-Marke. Selbst das investierte Volumen wächst, wenn auch bislang noch moderat. Doch die Dynamik ist unübersehbar und sie wird von klassischen Vertriebswegen getragen.

Während im freien Vertrieb vielerorts noch gezögert wird, haben filialgestützte Banken und Sparkassen das Thema längst aufgegriffen. Einige Institute melden bereits zweistellige Millionenbeträge, die sie im Privatkundengeschäft über ELTIFs platziert haben. Der Erfolg liegt vor allem darin, dass diese Vertriebsorganisationen direkten Kundenzugang mit klaren Prozessen verbinden – und so eine erklärungsbedürftige Anlageart verständlich kommunizieren können.

Im freien Beraterumfeld zeigt sich dagegen ein gemischtes Bild. Viele unabhängige Vermittler reagieren noch abwartend. Sie möchten zunächst die Performance und den Track Record der jungen Produkte sehen. Hinzu kommt eine Skepsis, die auf Erfahrungen mit früheren Alternativen Investmentfonds (AIFs) zurückgeht – eine Zeit, in der Transparenz und Regulierung oftmals zu wünschen übrig ließen. Doch gerade hier besteht die Gefahr, eine Chance zu verpassen, denn die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich fundamental verändert und schaffen heute ein Maß an Sicherheit, das in der Vergangenheit oft vermisst wurde.

So hat die europäische Aufsichtsbehörde ESMA das Thema ELTIF klar und verbindlich geregelt. Damit wurde ein europaweit einheitlicher Rechtsrahmen geschaffen, der sowohl Produkttransparenz als auch Anlegerschutz stärkt. Große Fondsgesellschaften, die ELTIFs auflegen, wissen um die damit verbundenen Anforderungen – und investieren erhebliche Ressourcen in Produktqualität, Risikomanagement und Reporting.

ELTIFs sind kein modisches Nischenprodukt, sondern eine strategische Ergänzung langfristiger Vermögensplanung. Die Fonds investieren in reale Werte wie Infrastruktur und können damit antizyklisch wirken – besonders in Phasen, in denen klassische Kapitalmärkte schwächeln.

Daher ist gerade aus Beratersicht der Zeitpunkt günstig, sich mit der Anlageklasse intensiver auseinanderzusetzen. Wer heute Kompetenz im Bereich ELTIF aufbaut, positioniert sich frühzeitig in einem wachsenden Segment. Noch ist der Markt überschaubar, die Produkte sind gut reguliert und bieten Anlegern echte Diversifikationsvorteile.

Wer seinen Kunden beizeiten Orientierung gibt, kann von einer Entwicklung profitieren, die gerade erst begonnen hat – und das mit Fonds, die Anlegerinnen und Anlegern in Europa institutionelle Investmentchancen im geregelten Rahmen öffnen.

Autor Michael Patzelt ist Head of Sales DACH bei Moventum.

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