Die Hamburger Enerparc AG hat ihre Finanzierung für die kommenden Ausbauschritte neu aufgestellt. Das Paket umfasst bis zu eine Milliarde Euro und soll den weiteren Ausbau von Freiflächen-Solarparks und Batteriespeichern in Deutschland, Frankreich und Spanien stützen.
Konkret besteht die Finanzierung aus einem Junior-Darlehen über 500 Millionen Euro sowie einem langfristigen Projektfinanzierungsrahmen von bis zu 425 Millionen Euro. Über eine „Akkordeonfazilität“ kann der Rahmen auf bis zu 500 Millionen Euro steigen. Damit sichert sich das Unternehmen sowohl Juniorkapital als auch einen großen Teil des benötigten Fremdkapitals.
Nach Angaben von Enerparc knüpft das Paket an ein starkes Vorjahr an. 2025 installierte das Unternehmen 1,2 Gigawatt neue Solarleistung und erhöhte das eigene Portfolio an Freiflächenanlagen auf rund fünf Gigawatt. Für 2026 plant Enerparc ein weiter steigendes Ausbauvolumen. Zugleich will das Unternehmen den Speicherbereich ausbauen. Derzeit sind 24 Batteriespeicher mit rund 220 MWh in Betrieb oder im Bau, überwiegend als Co-Location-Lösungen an eigenen Solarparks.
Finanzierung für Solarparks und Batteriespeicher
CEO Christoph Koeppen ordnet die Vereinbarung vor dem Hintergrund eines angespannten Marktumfelds ein: „Die aktuellen Herausforderungen der Solarbranche haben im vergangenen Jahr bei vielen Marktteilnehmern zu Zurückhaltung geführt. Gleichzeitig haben wir in diesem Umfeld gezeigt, was wir mit Entschlossenheit, Kompetenz und Engagement bewegen können – und weiterhin werden.“
Das Junior-Darlehen wurde von Astris Finance strukturiert und platziert. Die Mittel kommen von EIG, Schroders Capital und Eiffel Investment Group. Nach Unternehmensangaben dient die Finanzierung als Eigenkapitalersatz für Projekte in Deutschland, Frankreich und Spanien über die kommenden fünf Jahre. Astris spricht von einer im Markt für Erneuerbare Energien außergewöhnlichen Größenordnung.
Den langfristigen Projektfinanzierungsrahmen hat Enerparc mit der LBBW vereinbart. Darüber lassen sich gebündelte Finanzierungsabschnitte für Bau- und Betriebsphase von Solar- und Batteriespeicheranlagen abbilden. Projekte können über einen Zeitraum von 36 Monaten in die Vereinbarung aufgenommen werden, sobald sie baureif sind. Bereits im Vorjahr hatten beide Partner ein Finanzierungspaket über 200 Millionen Euro abgeschlossen. Capcora begleitete beide Transaktionen als Financial Advisor.
Enerparc ist auf Solarkraftwerke im Megawatt-Segment spezialisiert und deckt nach eigenen Angaben die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über Bau und Betrieb bis zur Stromvermarktung und zu Speicherlösungen ab. Die Gruppe beschäftigt rund 700 Mitarbeitende in Deutschland, Spanien, Frankreich, Indien und Australien. Weltweit hat das Unternehmen mehr als 750 Solaranlagen mit einer Leistung von über 5.500 MW ans Netz gebracht, davon rund 4.500 MW als eigene Kraftwerke.












