Frau Herbers-Müller, warum hat AXA mit GesundExtra einen neuen Premium-Vollkostentarif auf den Markt gebracht?
Herbers-Müller: AXA ist im Markt der privaten Krankenvollversicherung seit vielen Jahren sehr gut positioniert. Gleichzeitig beobachten wir sehr genau, wie sich Kundenbedürfnisse verändern. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach hochwertigen, verlässlichen Leistungen deutlich gestiegen – ebenso wie die Erwartungen an Transparenz, Flexibilität und Planungssicherheit. Gesundheit hat für viele Menschen einen höheren Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Hinzu kommt eine Unzufriedenheit mit dem gesetzlichen System, etwa aufgrund von Leistungskürzungen, steigenden Beiträgen oder langen Wartezeiten. Vor diesem Hintergrund haben wir spezifische Kundenbedürfnisse analysiert und konsequent in ein neues Tarifangebot übersetzt. GesundExtra ist unsere Antwort darauf: Ein Premium-Tarif, der den Nerv einer anspruchsvollen Zielgruppe trifft.
Das Gesundheitssystem steht massiv unter Druck: steigende Kosten, wachsende Erwartungen und spürbare Engpässe in der Versorgung. Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen? Und was bedeutet das für Versicherte?
Herbers-Müller: Viele Versicherte erleben die Belastungen des Systems inzwischen ganz konkret im Alltag. Besonders deutlich wird das bei langen Wartezeiten auf Facharzttermine, vor allem in bestimmten medizinischen Disziplinen. Hinzu kommt, dass die Versorgung häufig fragmentiert ist: Es fehlt an einer Vernetzung, klaren Versorgungspfaden und Orientierung. Für Versicherte wird das System zunehmend komplex und schwer durchschaubar. In dieser Situation wird der Wert einer guten Gesundheitsversorgung, aber auch einer sehr guten und verlässlichen Absicherung, für viele Menschen immer deutlicher.
Viele Menschen fragen sich, welche Vorteile eine private Krankenversicherung in diesem Umfeld konkret bietet. Wo sehen Sie aus Kundensicht die stärksten Argumente?
Herbers-Müller: Die private Krankenversicherung bietet grundsätzlich starke Argumente: vertraglich vereinbarte Leistungen, die lebenslang garantiert sind, freie Arztwahl sowie den Aufbau von Altersrückstellungen. Mit GesundExtra gehen wir als AXA einen Schritt weiter. Unsere Kundinnen und Kunden sind in nahezu allen Leistungsbereichen zu 100 Prozent abgesichert und müssen sich keine Sorgen über versteckte Eigenanteile machen. Das gilt sogar für Arzneimittel ohne Rezept bis zu einem Betrag von 120 Euro im Jahr. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung sind Leistungsänderungen hier vertraglich ausgeschlossen. Zudem ermöglichen wir einen schnelleren Zugang zu neuen Behandlungsmethoden und innovativen Therapien, ohne Eigenanteile. Wichtig ist uns auch der Servicegedanke: Wir verstehen uns als Gesundheitspartner unserer Kundinnen und Kunden und begleiten sie lebenslang mit Orientierung, persönlicher Betreuung und einem umfassenden Serviceangebot, etwa über unseren gesundheitsservice360° mit mehr als 60 digitalen und persönlichen Leistungen.
„GesundExtra“ positioniert sich als „extra leistungsstark“. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Leistungsmerkmale, die den Tarif im Alltag wirklich spürbar machen?
Herbers-Müller: GesundExtra ist extra stark, flexibel und fair. Also genau so, wie Kundinnen und Kunden es heute erwarten. Extra leistungsstark bedeutet unter anderem die Erstattung ärztlicher Leistungen über die Höchstsätze der GOÄ hinaus, ein Einbettzimmer inklusive privatärztlicher Behandlung sowie eine 100-prozentige Erstattung für Heil- und Hilfsmittel. Extra fair ist der Tarif durch transparente Regelungen wie die garantierte Pauschalerstattung und eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung, die Leistungsfreiheit belohnen. Und extra flexibel ist GesundExtra durch die Möglichkeit, die Selbstbeteiligung jährlich anzupassen. Mit drei wählbaren Stufen schaffen wir Gestaltungsfreiheit.
Stichwort „extra fair“. Sie werben unter anderem mit einer garantierten Pauschalerstattung und möglicher Beitragsrückerstattung. Wie funktioniert dieses Prinzip und warum ist das für viele Kundinnen und Kunden ein starkes Argument?
Herbers-Müller: Bleibt der Kunde leistungsfrei und reicht lediglich Rechnungen für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen oder Präventionskurse ein, erhält er einen Teil seiner gezahlten Beiträge zurück. Dadurch reduziert sich der effektiv gezahlte Jahresbeitrag. Wichtig ist dabei: Weder die Pauschalerstattung noch eine Beitragsrückerstattung werden mit dem Arbeitgeber geteilt. Das schafft Transparenz und einen klaren finanziellen Vorteil.
Zur Selbstbeteiligung: Der Tarif ist ja in drei Selbstbeteiligungsstufen von 0 über 450 bis 900 Euro wählbar. Für wen eignet sich welche Variante? Und was war die Idee hinter diesem Modell?
Herbers-Müller: Mit GesundExtra bieten wir erstmals wieder einen Tarif ohne Selbstbeteiligung an. Gleichzeitig schaffen wir mit den Stufen 450 und 900 Euro Flexibilität für unterschiedliche Lebens- und Einkommenssituationen. Angestellte oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze entscheiden sich häufig für die Varianten ohne oder mit moderater Selbstbeteiligung, während Selbstständige oft die höhere Selbstbeteiligung wählen. Die Idee dahinter ist, den Versicherungsschutz individuell und bedarfsgerecht gestalten zu können.
Ein Punkt, der Vermittler besonders interessieren dürfte: Versicherte können zum Jahreswechsel zwischen den SB-Stufen ohne erneute Gesundheitsprüfung wechseln. Wie groß ist dieser Vorteil in der Praxis?
Herbers-Müller: Dieser Punkt ist in der Praxis sehr relevant. Bei einer Reduktion der Selbstbeteiligung ist normalerweise eine erneute Risikoprüfung erforderlich. Diese entfällt bei GesundExtra vollständig. Das gibt den Versicherten langfristige Sicherheit und Flexibilität und ist zugleich ein starkes Verkaufsargument für Vermittler.
Ein zentrales Thema ist die stationäre Versorgung: Einbettzimmer und privatärztliche Behandlung sind enthalten. Welche Rolle spielt dieser Baustein bei der Entscheidung für eine PKV?
Herbers-Müller: Bei einem stationären Aufenthalt ist es für unsere Zielgruppe besonders wichtig, Zugang zur bestmöglichen medizinischen Versorgung und gleichzeitig Privatsphäre zu haben. Einbettzimmer und privatärztliche Behandlung sind daher zentrale Entscheidungskriterien. Darüber hinaus berücksichtigen wir auch die Bedürfnisse von Familien. Leistungen wie Rooming-in ermöglichen Nähe und Betreuung, wenn Kinder stationär behandelt werden müssen und bei Geburt eines Kindes kann das Familienzimmer gewählt werden.
„GesundExtra“ bietet ärztliche Leistungen über die Höchstsätze der GOÄ hinaus – was bedeutet das konkret für Versicherte und in welchen Situationen ist das besonders relevant?
Herbers-Müller: Für Versicherte bedeutet das vor allem eines: Sie müssen sich keine Sorgen um zusätzliche Kosten machen, wenn eine Behandlung besonders aufwändig ist und über die Höchstsätze der GOÄ hinaus abgerechnet wird. Das ist insbesondere in innovationsnahen Bereichen wie der Orthopädie oder Sportmedizin relevant, etwa bei Stoßwellentherapien, Platelt Rich Plasma – kurz PRP oder auch Eigenbluttherapie genannt oder Hyaluronbehandlungen sowie umfangreicher Leistungsdiagnostik. Auch bei Wahlleistungen in Privatkliniken oder bei großen Operationen, beispielsweise an der Wirbelsäule, bei Endoprothetik oder in der Herz- und Thoraxchirurgie, spielt dieser Leistungsbaustein eine wichtige Rolle.
Vorsorgeuntersuchungen sollen keinen Einfluss auf Pauschalerstattung und Beitragsrückerstattung haben. Was möchte AXA damit erreichen?
Herbers-Müller: Prävention ist ein zentraler Bestandteil moderner Gesundheitsversorgung, wird aber im System insgesamt noch zu schwach verankert. Viele Erkrankungen lassen sich nur durch regelmäßige Vorsorge frühzeitig erkennen und rechtzeitig behandeln. Prävention hat für uns bei AXA daher einen hohen Stellenwert und ist fester Bestandteil unserer Strategie. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Blick auf unsere Kundinnen und Kunden und ihre gesamte Versorgung. Ziel ist es, Gesundheit möglichst lange zu erhalten. Auf Basis der individuellen Lebens- und Krankheitssituation entwickeln wir passgenaue Empfehlungen, die sich am konkreten Bedarf orientieren. Vorbeugung beginnt beim gesunden Kunden und begleitet diese proaktiv durch alle Lebensphasen. Gerade weil Gesundheit seit der Pandemie noch stärker im Fokus steht, soll sich niemand zwischen Vorsorge und Rückerstattung entscheiden müssen. AXA versteht sich dabei als verlässlicher Gesundheitspartner.















