Verschleiß ist und bleibt der häufigste Schaden am Fahrrad. Das zeigt eine aktuelle Befragung von rund 6.000 Fahrrad- und E-Bike-Besitzern durch die Wertgarantie-Tochter Linexo. Besonders betroffen sind demnach stark beanspruchte Teile wie Reifen, Bremsen, Ketten und Zahnräder.
Mit mehr als 56 Prozent bei Fahrrädern und 37 Prozent bei E-Bikes liegt Abnutzung klar vor allen anderen Schadenursachen. Dahinter folgen selbst verursachte Schäden, etwa durch Stürze, umfallende Räder oder klassische Reifenpannen. „Versicherer sprechen in diesem Fall von unsachgemäßer Handhabung. Ein wahrscheinlicher Schaden, den man bei seiner Police neben Schäden durch Abnutzung unbedingt prüfen sollte“, rät Sören Hirsch, Bereichsleitung Bike bei Linexo.
Viele Räder ohne ausreichenden Schutz
Trotz der hohen Schadenshäufigkeit zeigt die Studie deutliche Lücken beim Versicherungsschutz. Fast die Hälfte der Fahrräder ist gar nicht versichert. Bei E-Bikes liegt dieser Anteil immerhin noch bei über einem Viertel. Statt einer speziellen Fahrradversicherung verlassen sich rund 40 Prozent der Befragten auf ihre Hausratversicherung. Diese greift jedoch oft nur bei Einbruchdiebstahl und deckt viele typische Schadensfälle im Alltag nicht ab.

Dabei kann gerade der Diebstahl teuer werden. Zwar tritt er seltener auf als Verschleiß oder kleinere Schäden – mit 17 Prozent bei Fahrrädern und knapp 20 Prozent bei E-Bikes – doch im Ernstfall entstehen häufig hohe Kosten. „Diebstahl ist neben dem Totalschaden nach einem Unfall der teuerste Schaden an Fahrrad und E-Bike. Die Versicherung sollte auch zahlen, wenn das Bike außerhalb der eigenen vier Wänden gestohlen wird“, empfiehlt Hirsch.
Schäden werden oft gar nicht gemeldet
Auffällig ist zudem das Meldeverhalten der Versicherten. Ein Großteil der Schäden wird gar nicht erst bei Versicherern angezeigt. Über 90 Prozent der Verschleißschäden bei Fahrrädern und 75 Prozent bei E-Bikes werden nicht gemeldet.
Auch technische Defekte, eigenverschuldete Schäden oder Stürze ohne Beteiligung Dritter landen häufig nicht bei der Versicherung. Dabei zeigt die Studie, dass sich eine Meldung durchaus lohnen kann. Rund 70 Prozent der gemeldeten Schäden werden vollständig übernommen, etwa ein Viertel zumindest teilweise. Ablehnungen kommen vergleichsweise selten vor.
Typische Schadenursachen im Überblick
Ein Blick auf die Details zeigt typische Risikosituationen im Alltag. Bei fremdverschuldeten Unfällen berichten viele Radfahrer, übersehen worden zu sein. Wer selbst verantwortlich ist, nennt häufig Fehler beim Abbiegen oder eine zu hohe Geschwindigkeit – insbesondere bei E-Bikes.
Auch sogenannte Dooring-Unfälle, bei denen plötzlich eine Autotür geöffnet wird, kommen vor. Sie sind laut Studie zwar selten, führen jedoch oft zu schweren Schäden. Bei selbst verursachten Schäden dominiert die klassische Reifenpanne. Hier kann sich zusätzlicher Versicherungsschutz etwa durch Pannenhilfe oder Abholservices auszahlen. Ein weiterer Befund: Bei Diebstahl oder Vandalismus wird die Polizei häufig nicht eingeschaltet, obwohl es sich um strafrechtlich relevante Delikte handelt.
Bedarf an besserer Absicherung wächst
Die Ergebnisse zeigen insgesamt ein klares Bild: Viele Radfahrer unterschätzen typische Risiken oder verlassen sich auf unzureichenden Versicherungsschutz. Gleichzeitig werden vorhandene Leistungen oft nicht genutzt. Gerade bei hochwertigen Rädern und E-Bikes lohnt sich ein genauer Blick auf die Police.
Entscheidend ist nicht nur, ob ein Schutz besteht, sondern auch, welche Schäden konkret abgedeckt sind und in welcher Höhe Leistungen erbracht werden. „Welche Summen werden unter welchen Bedingungen getragen? Dieser Check ist sowohl beim Vergleich von Hausrat- gegenüber Fahrradversicherung ratsam, als auch bei Bikes, die geleast werden“, so Hirsch. Mit Blick auf steigende Anschaffungskosten und zunehmende Nutzung im Alltag dürfte die Absicherung von Fahrrädern weiter an Bedeutung gewinnen.











