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Fondskongress 2026: „Wir brauchen auch aktive ETF“ (mit Bildergalerie)

Foto: Cash.
von links: Rudolf Siebel (BVI), Dr. Hendrik Leber (Acatis) Investment, Thorsten Schrieber (DJE), Andreas Beys (Sauren), Moderatorin Annika Knoke (DZ Privatbank).

Ein Exchange Traded Fund (ETF) muss nicht zwingend lediglich passiv einen Index nachbilden. Schließlich steht die Bezeichnung lediglich dafür, dass die Anteile an der Börse gehandelt werden. Bei einem ETF kann es sich also auch um einen aktiv gemanagten Fonds handeln. Das kann durchaus sinnvoll sein.

Das sagte Dr. Hendrik Leber, Gründer und Geschäftsführer von Acatis Investment, in einer Diskussionsrunde unter Leitung von Annika Knoke (DZ Privatbank AG) auf dem diesjährigen Fondskongress in Mannheim. Weitere Teilnehmer der Runde waren Thorsten Schrieber, Vorstand bei DJE Kapital, Andreas Beys, Vorstand bei Sauren Fonds-Service, sowie Rudolf Siebel, Geschäftsführer des Fondsverbands BVI.


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ETF kann man sofort ohne Zeitverzug kaufen und muss nicht wie beim traditionellen Weg auf die Abwicklung warten, so Leber. Das sei für manche Anlegergruppen und Vertriebswege ein wesentlicher Faktor beziehungsweise unerlässlich. Die typischen passiven ETF, die lediglich stur einen Index nachbilden, haben gegenüber aktiv gemanagten Fonds einen erheblichen Kostenvorteil. „Sie schleppen aber auch mittelmäßige Unternehmen mit“, sagte Leber. „Es braucht ein aktives Management“.

Acatis hat demnach auch ETFs in Planung. Zum einen ist ein „Altersvorsorgedepot“ in Form eines ETF geplant, das über Direktbanken und Online-Plattformen vertrieben werden soll. Zum anderen sollen auch bestehende aktive Konzepte für die betreffenden Vertriebswege eine ETF-Variante erhalten, kündigte Leber an. 

ETFs auch bei DJE

DJE macht inzwischen ebenfalls einen (kleinen) Teil des Geschäfts mit ETFs. „Man kann sich dem nicht verschließen“, sagte Thorsten Schrieber. Schwerpunkt bleiben jedoch klassische, aktiv gemanagte Fonds, betonte er, auch in Hinblick auf die Vertriebspartner.

Im Fondsmanagement kommt zunehmend auch künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz, sie „ersetzt jedoch noch lange nicht den Fondsmanager“, betonte Andreas Beys. Wenn der Manager durch KI Unterstützung findet, etwa beim Research oder der Auswertung großer Datenmengen, werde er sie nutzen. Sonst nicht. 

KI-Auswirkungen für den Vertrieb

Erhebliche Auswirkungen erwartet Beys hingegen für den Vertrieb. Die reine Vermittlung werde bald keine Marge mehr ermöglichen. „Das kann die KI viel günstiger“, so Beys. Deswegen sei wichtig, dass der Vertrieb sich stärker als echter Finanzcoach und Lebensbegleiter der Menschen positioniert und dabei KI nutzt.

„Mir ist um die Branche nicht bange, auch um den Vertrieb nicht“, bestätigte auch BVI-Chef Siebel. „Wir brauchen weiterhin auch Menschen“, betonte er. Dafür würden schon die Regulierung und die BaFin sorgen, denn am Ende müssen Menschen die Entscheidungen treffen – und die Verantwortung dafür übernehmen.

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