Mit steigenden Temperaturen beginnt in vielen Haushalten die Grillsaison. Ob auf dem Balkon, im Garten oder im Park – das Grillen gehört für viele zum Frühjahr dazu. Gleichzeitig steigt jedoch auch das Risiko von Unfällen und Schäden, die sowohl sicherheitstechnische als auch finanzielle Folgen haben können.
Ein zentrales Risiko liegt im Umgang mit Gasgrills und den dazugehörigen Gasflaschen. Diese werden häufig direkt am Grill gelagert, etwa auf Terrassen oder Balkonen. Dabei kann insbesondere starke Sonneneinstrahlung problematisch werden. „Wenn sie dort bei großer Hitze längere Zeit in der Sonne stehen, kann der Druck im Inneren enorm ansteigen und Gas austreten“, erklärt Torge Brüning, Brandschutzingenieur bei der R+V Versicherung.
Besonders gefährlich ist die Lagerung in geschlossenen Räumen. „Ist die Gasflasche undicht, kommt es zu Gasansammlungen. Ein einzelner Zündfunke reicht dann, um eine Explosion auszulösen – es kann schon genügen, dass jemand das Licht einschaltet“, warnt der R+V-Experte.
Richtiger Umgang mit Gasflaschen entscheidend
Als sicher gelten gut belüftete und schattige Plätze im Außenbereich. Orte, an denen sich Hitze stauen kann, etwa Wintergärten, Garagen oder einfache Holzschuppen, sind hingegen ungeeignet. Auch vermeintlich leere Gasflaschen bergen Risiken, da meist Restgas enthalten ist.
Zudem sollten Gasflaschen stets aufrecht stehen, um Schäden an Ventilen oder Schläuchen zu vermeiden. Vor der Nutzung empfiehlt es sich, Anschlüsse, Druckregler und Leitungen auf Dichtheit zu prüfen. Zischgeräusche nach dem Öffnen können ein Hinweis auf Undichtigkeiten sein.
Neben der Technik spielt auch die Umgebung eine Rolle. Leicht brennbare Materialien sollten sich nicht in unmittelbarer Nähe des Grills befinden. Auch der Abstand zum Gebäude ist entscheidend, insbesondere bei Fassaden mit brennbarer Dämmung.
Versicherungsschutz bei Grillunfällen
Unfälle lassen sich trotz aller Vorsicht nicht vollständig ausschließen. Kommt es zu Personen- oder Sachschäden, ist die private Haftpflichtversicherung die wichtigste Absicherung. Sie greift, wenn Dritte geschädigt werden, etwa durch Funkenflug oder technische Defekte am Grill.
„Schnell springt ein Funke auf Gegenstände über oder eine Stichflamme verletzt einen Menschen. Neben der ohnehin unverzichtbaren Privathaftpflichtversicherung bieten weitere Absicherungen hier einen wichtigen Schutz“, erklärt Bianca Boss, Vorständin beim Bund der Versicherten.
Der Verband empfiehlt eine Versicherungssumme von mindestens 15 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Schäden am eigenen Inventar, etwa an Gartenmöbeln oder Sonnenschirmen, fallen hingegen in den Bereich der Hausratversicherung. Greifen Flammen auf das Gebäude über, ist die Wohngebäudeversicherung zuständig.
Absicherung bei Personenschäden und Folgekosten
Kommt es beim Grillen zu schweren Verletzungen, können weitere Versicherungen relevant werden. Bei dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen leistet die private Unfallversicherung eine einmalige Zahlung, die etwa für Umbaumaßnahmen oder Hilfsmittel genutzt werden kann. Führt ein Unfall dazu, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sichert das Einkommen durch eine monatliche Rente ab. Auch unabhängig vom Grillrisiko gilt sie als zentrale Absicherung für Erwerbstätige.
„Wir wünschen allen Grillfans einen guten Start in die Saison. Gleichzeitig gilt: Umsicht und verantwortungsvolles Verhalten am Grill sind wichtig – denn die beste Versicherung ist immer noch die, die gar nicht erst in Anspruch genommen werden muss“, sagt Boss.













