Gold: Deutsche Anleger erzielen Rekordgewinne

Foto: Bildagentur PantherMedia / scanrail
Gold ist weiter im Höhenflug.

Deutsche Anleger haben im März 4,8-mal so viel Gold verkauft, wie sie gekauft haben. Das zeigen die Daten des weltweit führenden Marktplatzes BullionVault. Die spekulativen Wetten von Hedge-Fonds und die ungebremste Nachfrage der chinesischen Zentralbank trieben den Goldpreis in allen wichtigen Währungen auf Rekordhöhen.

Dieses Bild wiederholte sich bei allen BullionVault-Kunden weltweit – 9 von 10 von ihnen leben in Westeuropa oder Nordamerika – und nach den rekordverdächtigen Verkäufen durch eine Rekordzahl von Kunden hatten diese bei BullionVault dennoch einen neuen Rekordwert von über 3,0 Mrd. Euro.

„Frühere Spitzenwerte bei der Zahl der Goldverkäufer wurden ebenfalls von einem Anstieg der Goldpreise begleitet“, sagt Adrian Ash, Director of Research von BullionVault. „Aber sie fielen mit Momenten akuter politischer oder finanzieller Spannungen zusammen, die eine stärkere Nachfrage der Anleger auslösten. Im Gegensatz dazu ist das aktuelle Allzeithoch von Gold ohne einen externen Auslöser zustande gekommen. Das spricht für die grundlegende Stärke dieses Aufwärtstrends. Die Nachfrage nach physischem Gold aus den Schwellenländern, allen voran China, gleicht die hohen Gewinnmitnahmen westlicher Anleger mehr als aus.“


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Der Goldpreis ist im vergangenen Monat um 8,7 Prozent gestiegen. Mit 2050 US-Dollar pro Feinunze hat er einen neuen Rekordwert erreicht. Im Gegenzug sank die Zahl der deutschen Anleger, die im Laufe des Monats Gold kauften, um 16,6 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2019. Die Zahl der Verkäufer stieg um 91,6 Prozent – ein weiterer Höchststand. Zusammen drückte dies den Gold Investor Index Deutschland (GII DE) – ein einzigartiges Maß für den privaten Handel mit Goldbarren – auf ein neues Allzeittief von 49,2.

Der GII DE, der die Goldaktivitäten der deutschen Anleger seit Januar 2010 verfolgt, würde 50,0 anzeigen, wenn die Zahl der Käufer genau der Zahl der Verkäufer in diesem Monat entspräche. Er erreichte eine Spitze von 82,4, als die Corona-Krise im März 2020 ihren Lauf nahm.

Der Gold Investor Index Deutschland hat bisher nur zweimal mehr Goldverkäufer als -käufer verzeichnet. Dies geschah während des Anstiegs des Goldpreises in Richtung seines Höchststandes in der globalen Finanzkrise, mit Werten von 49,6 im November 2010 und 49,3 im Mai 2011.

Die weltweite Nachfrage nach Gold auf BullionVault stieg im März 2024 um 4,5 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der letzten 12 Monate und erreichte 0,7 Tonnen. Die Verkäufe haben sich jedoch mehr als verdoppelt und stiegen um 100,3 Prozent auf über 1,6 Tonnen.

Netto liquidierten Privatanleger 992 Kilogramm Gold im Wert von 63,3 Millionen Euro. Das sind 28,0 Prozent mehr als beim bisherigen Rekordabfluss im Juni 2019. Damit sank der Goldbestand der Investoren bei BullionVault auf 45,5 Tonnen. Das ist der kleinste Wert seit 2020 und 5,5 Prozent weniger als im August letzten Jahres. Damals erreichte der Bestand ein neues Maximum. Der Wert dieser Investorenbestände ist in den letzten sieben Monaten jedoch um 8,3 Prozent in Euro gestiegen und erreichte im März den Höchstwert von 3,0 Milliarden Euro.

„Da die Zentralbanken, allen voran China, außerordentliche Preise für Gold zahlen, sind westliche Anleger zunehmend bereit, zu verkaufen und bei diesen Höchstpreisen in der Geschichte Gewinne mitzunehmen. Es handelt sich dabei jedoch um eine Umschichtung und nicht um eine Flucht aus dem Markt, denn auch der Wert ihrer verbleibenden Bestände ist sehr gestiegen. Und die Attraktivität von Gold als Anlageversicherung ist ungebrochen, um für alle politischen und finanziellen Krisen gewappnet zu sein, die die äußerst ungewissen Aussichten für 2024 mit sich bringen könnten.“

Mit Blick auf die Zukunft sagt Ash: „Der plötzliche Sprung des Goldpreises auf ein neues Allzeithoch lässt den Preis kurzfristig gedehnt erscheinen und der Markt könnte Schwierigkeiten haben, die riesige Menge an Goldbarren zu absorbieren, die von westlichen Anlegern zurückkommt, insbesondere da die großen Verbrauchernationen Asiens auf die saisonale Sommerflaute bei der Nachfrage der Haushalte zusteuern. Während die großen asiatischen Goldkäufermärkte kurzfristig sehr preisempfindlich sein können, haben sich die Verbraucher im Laufe der Zeit immer wieder an höhere Goldpreise gewöhnt. Solange kein Frieden und Vertrauen zwischen dem Westen und dem ‚Rest‘ der Welt herrscht, dürfte die Nachfrage der Zentralbanken der Schwellenländer anhalten. Die Zentralbank in Peking kauft Gold offenbar zu jedem Preis.“

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