- Während Polen weiterhin die Goldkäufe der Zentralbanken im Jahr 2026 anführt, mit 20,2 Tonnen im Februar und insgesamt über 340 Tonnen in den vergangenen zwei Jahren, folgt Usbekistan dicht dahinter mit 16,5 Tonnen in den ersten beiden Monaten des Jahres und verzeichnet damit den fünften Monat in Folge Zukäufe. Malaysia belegt den dritten Platz mit Käufen von 3,4 Tonnen im Januar und weiteren 1,6 Tonnen im Februar und beendet damit acht Jahre Inaktivität am Goldmarkt.
- Die Tschechische Republik hat ihre Kaufserie auf 36 Monate ausgeweitet und in diesem Zeitraum insgesamt 63 Tonnen akkumuliert. Im Jahr 2026 hat sie bislang weitere 3,4 Tonnen hinzugefügt und damit ihre Gesamtreserven auf 74,5 Tonnen erhöht, die derzeit auf etwa 9,96 Milliarden Euro geschätzt werden. Unterdessen hat China 16 aufeinanderfolgende Monate Käufe verzeichnet und in diesem Zeitraum 44,2 Tonnen hinzugefügt, darunter 2,1 Tonnen im laufenden Jahr. Seine Goldreserven bleiben mit 2.308,48 Tonnen die sechstgrößten weltweit und haben derzeit einen Wert von rund 308,5 Milliarden Euro.
- Russland und die Türkei führen die Verkäuferseite an und reduzierten ihre Bestände im Jahr 2026 um 15,5 beziehungsweise 8,1 Tonnen, was in beiden Fällen eine erneute Hinwendung zu einem aktiveren Reservemanagement angesichts fiskalischer Belastungen widerspiegelt. Russland bleibt mit 2.310,97 Tonnen der fünftgrößte Goldhalter der Welt, derzeit im Wert von etwa 308,9 Milliarden Euro, während die Türkei mit 595,04 Tonnen weltweit auf Platz 11 liegt, mit einem Wert von rund 79,5 Milliarden Euro.
- Die französische Zentralbank, Banque de France, schloss eine langjährige Überarbeitung ihrer Goldreserven ab, indem sie die letzten 129 Tonnen, die zuvor mit Beständen in New York verbunden waren, über einen marktbasierten Austausch statt durch physischen Transport regelte. Ältere, nicht standardisierte Barren wurden zu aktuellen Marktpreisen verkauft und durch LBMA-Standardgold ersetzt, wodurch Frankreichs rund 2.437 Tonnen an Reserven in ein einheitliches Format überführt und vollständig als in Paris gehalten verbucht wurden. Der Neubewertungsprozess führte zu einem geschätzten bilanziellen Gewinn von 12–13 Milliarden Euro und trug zum Nettogewinn der Zentralbank von 8,1 Milliarden Euro für das Jahr 2025 bei.
- Die globalen Goldreserven erreichten im Jahr 2026 36.615,81 Tonnen, mit einem geschätzten Wert von etwa 4,89 Billionen Euro bei einem Preis von 4.156,94 Euro pro Unze (Stand: 8. April). Die Vereinigten Staaten halten die größten nationalen Reserven, während die Schweiz pro Kopf mit 115,45 Gramm Gold pro Einwohner führend ist, was ihre im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße außergewöhnlich hohe Goldposition unterstreicht.
Alan Goldberg, leitender Datenanalyst bei BestBrokers: „Gold fungiert zunehmend weniger als gemeinsames Narrativ eines ‚sicheren Hafens‘, sondern vielmehr als fragmentiertes Signalinstrument innerhalb der Zentralbankpolitik. Besonders bemerkenswert ist dabei nicht nur, wer kauft oder verkauft, sondern auch das Timing und die Konsistenz dieser Bewegungen, die auf unterschiedliche Interpretationen dessen hinweisen, was Reserve-Resilienz in der Praxis tatsächlich bedeutet. In diesem Sinne ist Akkumulation nicht zwingend ein Vertrauensbeweis in Gold selbst, sondern vielmehr ein Ausdruck institutioneller Vorsicht gegenüber alternativen Reserveanlagen und der ungleichmäßigen Glaubwürdigkeit globaler finanzieller Sicherheitsmechanismen.
Umgekehrt können selektive Reduzierungen bei hohen Preisniveaus auf opportunistische Umschichtungen hindeuten und nicht auf eine strukturelle Neubewertung der Rolle von Gold. Insgesamt deuten diese Muster auf einen Markt hin, in dem Gold zunehmend genutzt wird, um politische Unabhängigkeit und Risikotoleranz auszudrücken, anstatt ausschließlich als Wertspeicher zu dienen – was darauf hindeutet, dass die zukünftige Nachfrage ebenso stark vom institutionellen Verhalten und der Liquiditätsarchitektur geprägt sein wird wie von makroökonomischen Bedingungen.“











