Der Goldpreis erholte sich wieder auf aktuell 4.549 US-Dollar, nachdem dieser zu Wochenbeginn kurzzeitig auf 4.100 US-Dollar eingebrochen war. Der Wochenverlust zum Freitag um die 4.500 US-Dollar stellte bereits den stärksten Rückgang seit 43 Jahren (1983) dar. Gold ist nach der landläufigen Definition offiziell im Bärenmarkt mit einem Minus von aktuell noch 19 % vom Allzeithoch bei 5.595 US-Dollar Ende Januar. Investoren und Analysten sind vom „Safe-Haven-Paradoxon“ verunsichert, da der Goldpreis trotz der Eskalation im Mittleren Osten fällt, was entgegen dem gängigen Narrativ ist.
Vor dem Crash waren sich die Investoren weitgehend einig, dass ein Krieg nur bullisch für den Goldpreis sein könne. Genau deshalb wurde dieser Krieg im Vorfeld eingepreist, wobei das Sentiment ungebrochen bullisch war, sodass jedermann Long ging, in Erwartung, der Goldpreis würde bald bei 6.000 US-Dollar stehen. Nun zeigt sich, dass zumindest der letzte Teil der historisch starken Rallye der letzten beiden Jahre spekulativ getrieben wurde und fundamental zumindest kurzfristig nicht untermauert war.
Der Anstieg des Rohölpreises, steigende Inflationserwartungen und höhere Zinsen führten zu einer sinkenden Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen seitens der Fed und brachten neue Sorgen vor einer größeren Rezession. Die Fed ist mittlerweile komplett zurückgerudert, und erste Notenbanker sprechen von Zinserhöhungen anstatt Zinssenkungen in diesem Jahr. Die RBA hob die Zinsen bereits als erste Notenbank an. Das zuvor bullische Narrativ für Gold hatte sich damit vollständig gedreht, was erklärt, warum viele Marktteilnehmer in diesem spekulativ völlig überlaufenen Long-Trade die Reißleine zogen und verkauften. Mit Margin Calls aufgrund des Krieges hat dieser Preiseinbruch nichts zu tun, da sich die Aktienmärkte bislang relativ stabil gehalten haben.














