Gold: Schnelle Preiserholung nach stärkstem Crash seit 1983 – aber das Umfeld ist verändert

Die institutionellen Abflüsse aus Gold-ETFs unterstreichen das zunehmend schwächere Bild am Goldmarkt. Wir sehen inzwischen die sechste Woche in Folge mit Abflüssen. Seit Jahresbeginn summieren sich diese auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar, wobei allein in der vergangenen Woche rund 1,6 Milliarden US-Dollar abgezogen wurden. Über die letzten drei Wochen belaufen sich die kumulierten Abflüsse sogar auf rund 6 Milliarden US-Dollar.

Das charttechnische Doppeltop bei 5.420 US-Dollar ist bereits aktiviert worden, nachdem die Nackenlinie bei 4.400 US-Dollar unterschritten wurde. Bemerkenswert ist auch, dass das Experten-Sentiment weiterhin überwiegend bullisch bleibt, nach dem schärfsten Sell-off seit Jahrzehnten, was als Warnsignal gelesen werden sollte. Der gemeinsame Nenner dieser Prognosen sind jedoch fragwürdige Annahmen.

Dass die Zentralbanken weiter kaufen, könnte sich als falsch herausstellen, wenn Notenbanken ihre Reserven neu diversifizieren, da der wertmäßige Anteil von Gold in den letzten beiden Jahren stark gestiegen ist. Das könnte im Gegenteil dazu führen, dass die Notenbanken weitere Käufe in die Zukunft verschieben und eine Pause einlegen. Auch das Narrativ der De-Dollarisierung könnte sich in Luft auflösen, wenn der USD-Index über 100 Punkte ausbricht und zu einer Rallye startet. Der Krieg trifft besonders die Energieversorgung Europas und anderen Teilen der Welt sehr hart, während die USA energieunabhängig sind, was eine Erholung des US-Dollars zusätzlich begünstigen kann. Eine Ausweitung des Krieges könnte zudem die Golfstaaten dazu zwingen, ihre Goldreserven liquidieren zu müssen. Beispielsweise sitzt Saudi-Arabien auf 300 Tonnen Gold. Wenn die Einnahmen ausbleiben, wird das zur Liquiditätsreserve. Mit nun erstmals diskutierten Zinsanhebungen in den USA wird es schwer, neue Käufer zu finden, wenn aktuell bereits alle bullisch sind – wer kauft dann noch?

Waffenstillstand in Sicht – langfristig bleibt Gold im Bullenmarkt und der Ausblick sehr bullisch

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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