| Alphabet, vor allem bekannt unter dem Namen seines größten Tochterunternehmens Google, hat am 4. Februar seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Das zu einem Zeitpunkt, an dem der Kapitalmarkt KI-Investitionen zunehmend nicht mehr nur akzeptiert, sondern deren wirtschaftlichen Ertrag aktiv einfordert. Die Zahlen bestätigen Googles operative Stabilität, liefern jedoch nur begrenzte Antworten auf die zentrale Frage des Marktes: Wie stark zahlt sich der massive KI-Einsatz bereits heute im Kerngeschäft aus? Solide Trends bei Umsatz und Ergebnis Google erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzwachstum von 15 Prozent und übertraf damit die im dritten Quartal implizierte Erwartung von rund elf Prozent. Auch auf Ergebnisebene zeigte sich eine positive Überraschung: Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 34 Prozent und lag damit zwei Prozentpunkte über dem zuvor erwarteten Wachstum. Diese Entwicklung fügt sich nahtlos in die seit 2023 beobachteten stabilen Wachstumsstrukturen ein. |
| Quelle: Unternehmensinformationen; Analyse von Leverage Shares |
| Das Werbegeschäft, weiterhin mit Abstand wichtigste Erlösquelle, verzeichnete eine deutliche Beschleunigung. Während im dritten Quartal noch ein Wachstum von sieben Prozent erwartet wurde, schloss das Segment das Jahr mit einem Plus von 15 Prozent ab. Damit kehrte die Werbedynamik in den Wachstumsbereich der vergangenen Geschäftsjahre zurück. Cloud-Erlöse entwickelten sich ebenfalls stark und beschleunigten sich innerhalb eines Quartals von einem projizierten Wachstum von 27 auf 36 Prozent im Gesamtjahr. Die Abonnementerlöse stiegen von 13 auf 19 Prozent. Cloud als Fundament der KI-Strategie Der Cloud-Bereich – zentral für Googles KI-Ambitionen – wuchs gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent und erreichte einen Umsatzanteil von 15 Prozent. Gleichzeitig nahm der relative Anteil des Werbegeschäfts leicht ab, blieb jedoch mit nahezu drei Vierteln der Gesamterlöse dominant. Regional blieb die Umsatzverteilung weitgehend unverändert, was die globale Stabilität des Geschäftsmodells unterstreicht. In Summe präsentiert sich Google als ein Unternehmen mit vorhersehbaren Ertragsströmen und robusten Fundamentaldaten. Eigenschaften, die in einem Marktumfeld, das zunehmend nach beschleunigtem KI-Mehrwert sucht, ambivalent aufgenommen werden. |
| Ergebnisbericht zum vierten Quartal: Anmerkungen unseres CEO“ von Alphabet, Inc. |
| KI-Narrative im Vergleich: Meta liefert Zahlen, Google Visionen Die jüngsten Quartalsberichte von Microsoft und Meta verdeutlichten, wie sensibel der Markt auf KI-Kommunikation reagiert. Während Microsoft trotz Wachstum stark abgestraft wurde, überzeugte Meta mit klar quantifizierten KI-Effekten im Werbegeschäft. Google bewegt sich inhaltlich näher an Meta, ohne jedoch vergleichbare Kennzahlen liefern zu können.CEO Sundar Pichai verwies darauf, dass Alphabet im Geschäftsjahr 2025 erstmals einen Jahresumsatz von über 400 Milliarden US-Dollar erzielt habe, getragen insbesondere von YouTube und Cloud. Diese Entwicklung entsprach jedoch weitgehend den Erwartungen und war bereits im Aktienkurs reflektiert. Positiv hervorzuheben sind Fortschritte im KI-Ökosystem: Gemini 3 Pro verarbeitet ein Vielfaches der Tokenmenge seines Vorgängers, über acht Millionen kostenpflichtige Gemini-Enterprise-Lizenzen wurden innerhalb weniger Monate verkauft, die Serving-Kosten konnten um 78 Prozent gesenkt und neue KI-Funktionen in zentrale Produkte integriert werden. Dennoch bleibt offen, wie stark diese Fortschritte bislang zur Margenverbesserung oder zu zusätzlichem Umsatz im Kerngeschäft beigetragen haben. Investitionen steigen – Transparenz wird entscheidend Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen deutlich stärker als im Vorjahr, was historisch nicht ungewöhnlich ist. Gleichzeitig kündigte Google für 2026 Investitionen von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar an, insbesondere für Rechenzentrumsinfrastruktur. Bereits im Geschäftsjahr 2025 stiegen die Investitionen in Sachanlagen um 74 Prozent. Finanziert wird dieser Kurs aus einer starken Cashflow-Position und zusätzlichen Anleiheemissionen. Auffällig war das Ausbleiben neuer, schwer greifbarer „KI-Deals“. Stattdessen setzt das Management auf operative Umsetzung und Skalierung. Google bleibt damit das Sinnbild eines stabilen, finanziell äußerst robusten Unternehmens. Doch der Markt fordert mehr: klare, messbare Antworten darauf, welchen wirtschaftlichen Ertrag die massiven KI-Investitionen im Kerngeschäft liefern. |
Autor Sandeep Rao ist Senior Analyst bei Leverage Shares und Income Shares.









