Der Hamburger Mietwohnungsmarkt zeigt sich weiterhin deutlich angespannt. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des IVD Nord unter seinen Mitgliedsunternehmen hervor. Während einzelne Indikatoren auf eine leichte Belebung hindeuten, bleibt das Angebot strukturell zu gering.
Die Mieten steigen weiter, allerdings mit etwas moderaterer Dynamik. 72 Prozent der befragten Makler berichten von steigenden Preisen, 28 Prozent beobachten stabile Mieten. Preisrückgänge werden nicht festgestellt. In rund 95 Prozent der Fälle bewegen sich die Steigerungen innerhalb einer Spanne von bis zu zehn Prozent. „Hier zeigt sich, dass die Preisdynamik inzwischen etwas berechenbarer geworden ist“, sagt Anika Schönfeldt-Schulz, Vorsitzende des IVD Nord. Allerdings: Auch eine Steigerung von bis zu zehn Prozent ist durchaus signifikant, vor allem im oberen Bereich der Spanne.
Die Nachfrage übersteigt das Angebot dem IVD zufolge weiterhin deutlich. 94 Prozent der Befragten sprechen von einem Nachfrageüberhang, ein ausgeglichenes Marktverhältnis ist praktisch nicht vorhanden. Besonders stark konzentriert sich die Nachfrage auf gute Wohnlagen, während einfache und sehr hochpreisige Lagen deutlich weniger gefragt sind.
Nachfrage im oberen Preissegment gebremst
Rund 80 Prozent der Makler beobachten eine besonders hohe Nachfrage in guten Lagen. Im oberen Preissegment wird das Preis-Leistungs-Verhältnis hingegen häufig als nicht angemessen wahrgenommen, was die Nachfrage dort bremst. „Der Druck auf den Mietmarkt bleibt hoch. Gerade in gefragten Stadtteilen werden Wohnungen nach wie vor innerhalb kürzester Zeit vergeben“, so Schönfeldt-Schulz.
Die Vermarktungsdauer bleibt insgesamt kurz, zeigt jedoch Unterschiede je nach Lage. In guten Lagen werden 86 Prozent der Wohnungen innerhalb von weniger als drei Wochen vermietet. In normalen Lagen gelingt dies bei 69 Prozent der Angebote, während sich die Vermarktung in einfachen Lagen spürbar verlängert.
Gleichzeitig zeichnet sich eine leichte Belebung des Marktgeschehens ab. 52 Prozent der Befragten berichten von einem mittleren Umsatzniveau, während der Anteil schwacher Marktverläufe zurückgeht.
Weniger Umzüge verknappen das Angebot zusätzlich
Trotz hoher Nachfrage sinkt die Zahl der Mietvertragsabschlüsse. 51 Prozent der Makler melden rückläufige Abschlüsse. Als Ursache gilt eine geringere Umzugsbereitschaft vieler Haushalte, die bestehende Mietverhältnisse länger beibehalten. Dadurch wird das ohnehin knappe Angebot weiter eingeschränkt.
In der Nachfrage zeigt sich eine klare Präferenz für mittlere Wohnungsgrößen. 91 Prozent der Befragten sehen die stärkste Nachfrage bei Wohnungen zwischen 50 und 90 Quadratmetern. Kleinere Wohnungen verlieren an Bedeutung, große Einheiten spielen kaum eine Rolle.
Zudem gewinnt der energetische Zustand von Immobilien weiter an Relevanz. Für mehr als die Hälfte der Makler ist dieser mittlerweile wichtiger als das Baualter der Gebäude.
Ausblick: Mieten steigen weiter, Stimmung hellt sich auf
Für die kommenden sechs Monate erwarten 69 Prozent der Befragten weiter steigende Mieten. Gleichzeitig verbessert sich die Einschätzung der Marktentwicklung: 26 Prozent rechnen mit einer positiven Entwicklung, während 54 Prozent von stabilen Verhältnissen ausgehen.
„Diese Zahlen zeigen, wie groß der Handlungsbedarf wirklich ist. 94 Prozent Nachfrageüberhang – das ist kein Problem, das sich von selbst löst. Genau deshalb ist das neue Bündnis fürs Wohnen in Hamburg, das wir gerade gemeinsam unterzeichnet haben, so wichtig: Wir müssen als Markt, Wohnungswirtschaft und Politik an einem Strang ziehen. Die Umfrage zeigt den Weg, den wir noch vor uns haben“, so Schönfeldt-Schulz.
















