Heizungstausch: Mehrheit will weg von Öl und Gas

Heizungsregler mit §-Zeichen
Foto: Emmi / Adobe Stock

Eine Umfrage unter sanierungsinteressierten Hauseigentümern zeigt breite Zustimmung zum Abschied von Öl- und Gasheizungen. Gleichzeitig stoßen zentrale Pläne der Politik auf deutliche Kritik. Was das für die "Wärmewende" bedeutet.

Mehr als 4.800 Teilnehmer einer Umfrage von „Co2-online“ sprechen sich klar für den Austausch alter Öl- und Gasheizungen aus. Über 80 Prozent halten den Umstieg auf klimafreundlichere Systeme für notwendig. Fast jeder Dritte plädiert zudem dafür, diesen Wechsel gesetzlich vorzuschreiben.

Die Befragung richtete sich an Abonnenten des Newsletters der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft Co2-online und damit gezielt an sanierungsinteressierte Eigentümer. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, wie Co2-online einer Mitteilung selbst schreibt, geben aber Einblick in eine Gruppe, die konkrete Investitionsentscheidungen trifft.


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Kritisch bewerten viele Teilnehmer die politischen Pläne zur Neuausrichtung des Gebäudeenergiegesetzes. Insbesondere die Abschaffung der bisherigen 65-Prozent-Erneuerbaren-Regel stößt auf Ablehnung: 56 Prozent sehen diesen Schritt negativ.

Kritik an Gesetzesplänen und neuen Vorgaben

In den offenen Antworten äußern viele Befragte die Sorge, dass notwendige Entscheidungen weiter hinausgezögert werden. Auch die geplante sogenannte Bio-Treppe trifft auf Skepsis. Knapp die Hälfte lehnt die Regelung ab, nach der neu installierte fossile Heizungen ab 2029 schrittweise mit klimafreundlicheren Brennstoffen betrieben werden sollen.

Jeder Fünfte spricht sich grundsätzlich gegen den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen aus. Als Hauptargument gegen die „Bio-Treppe“ nennen viele die begrenzte Verfügbarkeit entsprechender Brennstoffe.

Unterschiede nach politischer Präferenz

Die Zustimmung zum Heizungstausch fällt je nach politischer Präferenz unterschiedlich aus. Während Wähler der Grünen zu 99 Prozent, der SPD zu 96 Prozent und der CDU zu 82 Prozent den Austausch unterstützen, lehnt unter AfD-Wählern etwa jeder Zweite diesen Schritt ab.

Auch bei der Bewertung der 65-Prozent-Regel zeigen sich Differenzen. Wähler der Grünen und der SPD lehnen deren Abschaffung besonders deutlich ab, während CDU- und AfD-Anhänger mehrheitlich zustimmen. Bei der Bio-Treppe hingegen überwiegt parteiübergreifend die Skepsis.

Über den jeweiligen Anteil der Parteipräferenzen innerhalb der Umfrage-Teilnehmer enthält die Mitteilung keine Angaben. „Um politische Verzerrungen zu vermeiden, wurden die Ergebnisse nach aktueller Wahlabsicht gewichtet“, heißt es lediglich, vermutlich bezogen auf die Gesamtergebnisse.

Für viele Eigentümer steht vor allem die Planungssicherheit im Vordergrund. „Unsere Umfrage zeigt ein klares Signal: Viele engagierte Eigentümerinnen und Eigentümer wollen raus aus Öl und Gas und erwarten von der Politik vor allem verlässliche Regeln“, sagt Nadine Walikewitz, Research-Leiterin bei Co2-online. „Wer heute eine neue Heizung einbaut, entscheidet für Jahrzehnte. Ohne klare Leitplanken werden viele notwendige Investitionen weiter aufgeschoben.“

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