Die Jahresbilanz 2025 des Statistischen Bundesamts zeigt ein bekanntes Bild: Mit bundesweit 238.500 genehmigten Wohnungen bleibt der Wohnungsneubau deutlich hinter dem Bedarf zurück, den der IVD auf mindestens 320.000 Einheiten pro Jahr beziffert. Damit verfehlt Deutschland erneut sowohl im Neubau als auch bei Umbauten und Modernisierungen im Bestand die angestrebten Ziele.
Zwar ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg bei den Bauanträgen zu verzeichnen. Aus Sicht des Immobilienverband Deutschland IVD ist das jedoch kein Zeichen für eine Trendwende. Verbandspräsident Dirk Wohltorf warnt davor, die Zahlen zu positiv zu interpretieren: „Der leicht steigende Trend bei den genehmigten Bauanträgen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein erheblicher Teil der Vorhaben sich verzögern oder gar nicht realisiert wird. Und in Baugenehmigungen kann man nicht wohnen.“
Genehmigungen und Realität klaffen auseinander
Für den Verband ist die Jahresbilanz ein Hinweis auf eine strukturelle Schieflage im Wohnungsbau. Wohltorf betont: „Deshalb ist diese Jahresbilanz ein Beleg dafür, dass Deutschland beim Wohnungsbau strukturell auf der Stelle tritt und sich in einer Dauerkrise befindet.“
Entscheidend sei nicht die Zahl der erteilten Genehmigungen, sondern die tatsächliche Umsetzung. „Die Betrachtung von Genehmigungszahlen hilft wenig, wenn Projekte anschließend an Finanzierungslücken, überzogenen Standards, massiven Regulierungen und an der steuerlichen Belastung scheitern.“ Als zentrale Hürden nennt der IVD gestiegene Eigenkapitalanforderungen, die Grunderwerbsteuer sowie komplexe Bauvorschriften und Normen. „So entsteht kein Wohnraum.“
Forderung nach Neustart in Bau- und Regulierungspolitik
Die anhaltende Zurückhaltung beim Neubau hat aus Sicht des Verbandes spürbare Folgen für private Haushalte. „Wenn Familien selbst mit mittleren Einkommen Wohneigentum kaum noch realisieren können, läuft etwas grundlegend falsch.“ Der IVD fordert deshalb politische Korrekturen: „Deshalb brauchen wir einen echten Neustart: einfachere bauliche Mindeststandards, schnellere Genehmigungsverfahren und eine spürbare Entlastung bei Steuern und Abgaben.“
Ohne grundlegende Änderungen werde sich die Lücke zwischen Bedarf und tatsächlichem Neubau weiter verfestigen. „Ohne eine grundlegende Kehrtwende in der Bau-, Förder- und Regulierungspolitik werden die Genehmigungszahlen auch in den nächsten Jahren unter dem Bedarf bleiben – mit steigenden Mieten und sozialen Konflikten in den nachgefragten Städten und Regionen.“















