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KI im Maklerpool: So will Blau Direkt den Makler-Alltag entlasten – drei Fragen an Ait Voncke

Foto: © blau direkt GmbH
Mit Vocke, Ball Direkt: „Wir verstehen KI nicht als isoliertes Tool, sondern als strukturelle Architektur.“

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt auch im Finanzvertrieb zunehmend an Bedeutung. Cash. hat sich beim Maklerpool Blau Direkt nach dem Stand der Dinge erkundigt. Drei Fragen an Ait Voncke, CEO des Unternehmens. 

Welche KI-Anwendungen stellen Sie den angeschlossenen Maklern bereits zur Verfügung und welche Aufgaben lassen sich damit konkret erledigen/unterstützen?

Voncke: Wir verstehen KI nicht als isoliertes Tool, sondern als strukturelle Architektur. Blau Direkt entwickelt sich zu einem agentischen Makler-Betriebssystem, in dem KI-Agenten zunehmend komplette Workflows zwischen Endkunde, Makler und Versicherer automatisieren. Bereits heute unterstützen KI-Agenten unter anderem bei Bestandsübertragungen. Über 50 Prozent dieser Prozesse laufen bereits automatisiert, ausgewählte End-to-End-Abschlüsse mit Versicherern können heute somit vollständig KI-gestützt abgewickelt werden. 


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Mit der kürzlich eingeführten Scan-App “Vertragspilot” werden Dokumente automatisiert erkannt, zugeordnet und verarbeitet. Innerhalb weniger Wochen lag die Nutzungsquote bereits bei rund 40 Prozent der angebundenen Makler. Unser Fokus liegt auf messbarer Geschwindigkeit, höherer Prozessqualität und einer spürbaren Entlastung im Makleralltag.

Was ist darüber hinaus geplant?

Voncke: Wir bauen systematisch eine agentische Orchestrierungsschicht auf, die sämtliche wiederkehrenden Prozesse zwischen Makler, Kunde und Versicherer automatisiert und intelligent steuert. Im Jahresverlauf ergänzen wir im Zwei- bis Drei-Wochen-Rhythmus neue Funktionalitäten. Ziel ist eine zunehmend autonome Plattform, in der perspektivisch Hunderte spezialisierte KI-Agenten unter fachlicher Aufsicht unserer Experten in Lübeck arbeiten.

Neben Effizienzgewinnen steht vor allem die Wachstumsunterstützung im Mittelpunkt: Durch datenbasierte Insights, Bestandsanalysen und proaktive Impulse sollen Makler nicht nur schneller arbeiten, sondern ihr Geschäft gezielt ausbauen können. KI ist für uns damit kein einzelnes Feature, sondern infrastrukturelle Grundlage unserer Plattform.

Wie werden die bisherigen Tools von den Maklern angenommen?

Voncke: Die Nutzung wächst kontinuierlich. Die Scan-App “Vertragspilot” erreichte innerhalb der ersten Wochen eine Adoptionsrate von rund 40 Prozent. Der Ameise Copilot ist ein tief in das Maklerverwaltungsprogramm integrierter KI-Assistent, der administrative Aufgaben übernimmt, geprüfte Versicherungsfragen beantwortet und Makler bei Prozessen im System unterstützt. Bei einer Gruppe von angeschlossenen Makler ist der Ameise Copilot bereits im täglichen Einsatz. 

Für uns sind weniger einzelne Features, sondern Nutzungsintensität, Prozessverkürzung und Zufriedenheit entscheidend. Rückmeldungen zeigen, dass insbesondere automatisierte Vorgänge wie Dokumentenerkennung und priorisierte Aufgabensteuerung als deutliche Entlastung wahrgenommen werden. Auch dialogbasierte KI-Services werden stark genutzt: Der Service Chatbot bearbeitet tausende Anfragen pro Woche und erzielt sehr hohe Zufriedenheitswerte (NPS größer 90). Wir messen Erfolg nicht an der Existenz von KI-Funktionen, sondern an tatsächlicher Nutzung und messbarer Zeitersparnis im Makleralltag.

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