Märkte auf Rekordniveau: Wie Anleger 2026 Chancen gezielt nutzen können

Ulrich Mueller
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Ulrich Müller

Die Märkte stehen am Hoch. Wie Anleger die aktuelle Marktlage clever für sich nutzen können, wieso KI keine Blase ist und welche Trends sich 2026 nahtlos fortsetzen, erklärt Ulrich Müller in der aktuellen Ausgabe des "Börsen-Müller".

2026: Darauf müssen sich Investoren einstellen

Das vergangene Jahr hat Aktien weltweit steigen lassen – vor allem der DAX legte 2025 um mehr als 20 Prozent zu und hängte damit die Indizes aus den USA ab. Auch Rohstoffe und insbesondere Edelmetalle gehören zu den Gewinnern des vergangenen Jahres. Während die Kurse aktuell wieder Höchststände erreichen, sollten sich Anleger um die Zusammensetzung ihres Portfolios kümmern: „Gerade wer Technologieaktien übergewichtet hat oder auf einzelnen Depotpositionen sitzt, die mehr als 10 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen, sollte jetzt umschichten – das gelingt in einem freundlichen Marktumfeld immer am besten“, weiß Müller. Für 2026 rechnet er mit einer stockenden Hausse bei Tech-Aktien und einem Comeback von Dividendentiteln, die als stabiler gelten. „Großen Einfluss hat auch die Geopolitik. In einer Zeit, in der nichts undenkbar scheint, sollten Anleger Risiken reduzieren und bei stabilen Trends dabeibleiben. Eine ausgewogene Depotstruktur ist dafür Voraussetzung.“


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Keine Angst vor einer KI-Blase

Auch wenn die Bewertungen bei Big Tech ambitioniert sind, glaubt Müller nicht an den KI-Crash. „Zwar investieren viele große Unternehmen in KI-Infrastruktur, als ob es kein Morgen gäbe, doch geschehen diese Investments längst nicht im luftleeren Raum – KI steigert die Produktivität und hat schon heute die Welt verändert“, so Müller. Chancen nimmt er bevorzugt in Nischen wahr, wie etwa dem Gesundheitswesen. „Dank KI wird die Forschung effizienter. Das ermöglicht neue Produkte und höhere Margen. Einer meiner Favoriten für 2026 ist etwa Novo Nordisk, das gerade in den USA mit seiner neuen Abnehmpille Marktanteile gewinnt.“

Infrastruktur, Energie und Rohstoffe als (relativ) sichere Wetten

Während Notenbanken wieder Zinsen senken und Staaten immer neue Ausgabenprogramme lancieren, bleiben die Branchen Infrastruktur, Energie und Rohstoffe auch 2026 interessant, sagt Müller. „Gerade erst hat der US-Präsident das Militärbudget für 2027 um 50 Prozent angehoben. Derartige Ausgaben ziehen immer eine wachsende Nachfrage in den genannten Bereichen nach sich. Während Rüstungs-Aktien bereits stark gestiegen und konkrete Kapazitäten begrenzt sind, bietet es sich an, auf Infrastruktur auszuweichen oder sich in Richtung der Rohstoff-Produzenten zu orientieren. Gerade letztere Branche erlebt aktuell eine wahre Goldgräberstimmung. Neben Edelmetallen geht es dabei insbesondere um kritische Elemente, die für Rüstung aber auch Hightech dringend benötigt werden.

Ulrich Müller hat über 30 Jahre Börsenerfahrung und ist Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy in Halstenbek bei Hamburg.



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