Nachhaltigkeit: GDV verankert Schutz der Biodiversität in seinen Zielen

Foto: GDV
Jörg Asmussen: "Wir verstärken den Schutz von Umwelt und Biodiversität."

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hatte am 11. Januar 2021 beim Thema Nachhaltigkeit Stellung bezogen und ein Positionspapier verabschiedet. Nun wurde die Nachhaltigkeits-Roadmap nachgeschärft. Der Schutz der Biodiversität soll in Zukunft sowohl bei der Kapitalanlage als auch bei der Versicherung von Risiken berücksichtigt werden.

Die deutschen Versicherer wollen verstärkt dazu beitragen, dass die natürlichen Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen bewahrt werden. Der Schutz der Biodiversität soll in Zukunft sowohl bei der Kapitalanlage als auch bei der Versicherung von Risiken berücksichtigt werden. Das ist einer der zentralen Punkte bei der Überarbeitung der Nachhaltigkeitspositionierung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Zwei Jahre nach der erstmaligen Verabschiedung hat das Verbandspräsidium nun Aktualisierungen beschlossen. “Wir sind mit unserer Nachhaltigkeits-Roadmap erste wichtige Schritte gegangen”, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. “Nun setzen wir uns die nächsten herausfordernden Ziele: Wir verstärken den Schutz von Umwelt und Biodiversität. Und wir wollen konkrete Meilensteine für die Investment-Portfolios definieren.“ Damit seien die Versicherer ein wichtiger Treiber und würden einen Beitrag zur erfolgreichen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft leisten.

Die wichtigsten Neuerungen zur Nachhaltigkeitspositionierung

Künftig soll sowohl bei den Investitionen der Versicherer als auch bei der Zeichnung von Risiken darauf geachtet werden, dass die natürlichen Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen bewahrt werden. Das gilt insbesondere in schützenswerten Gebieten und bei Wirtschaftsaktivitäten, die natürliche Ressourcen stark beanspruchen.

Die Mitgliedsunternehmen sollen sich konkrete, messbare Zwischenziele zur CO₂-Reduktion in den Investment-Portfolios setzen. Als Orientierung hierfür dient das ambitionierte und regelmäßig überarbeitete Target Setting Protocol der Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA). Demzufolge soll bis 2030 zum Beispiel bei den Aktien und gelisteten Unternehmensanleihen der Fußabdruck um 49 bis 65 Prozent reduziert werden.

Die Dekarbonisierungsrange der NZAOA wird sich voraussichtlich auf Grundlage des IPCC AR & WG III-Berichts mit dem nächsten Target Setting Protokoll leicht ändern. Der Verband wird die Emissionen in den jährlichen Nachhaltigkeitsberichten auch in Zukunft transparent darstellen.

Bei der Zeichnung von Risiken begleiten Versicherer den Transformationsprozess der Wirtschaft zur Klimaneutralität – im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit Expertise und konkreten Lösungsansätzen. Die internationalen Diskussionen zu Methoden und Kennzahlen zur Erhebung der versicherten Treibhausgas-Emissionen laufen bereits. Hier bringt sich der Sektor ein, um seine Fortschritte künftig transparent darstellen zu können.

Bei den eigenen operativen Geschäftsprozessen der Versicherer sollen bis 2030 deutliche Reduktionsziele bei den indirekten Emissionen (Scope 3) umgesetzt werden. Damit verstärken wir unsere gemeinsamen Anstrengungen – die bisherigen Reduktionsziele in der Positionierung bezogen sich nur auf die Emissionen aus den selbst erzeugten und eingekauften Energiequellen (Scope 1 und 2).

Auch jene Unternehmen sollen den Frauenanteil in den Führungspositionen und -gremien erhöhen, die nicht den gesetzlichen Förder-Vorgaben unterliegen.

Die im GDV organisierten Versicherer ihre selbstständigen Vertriebspartner bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen unterstützen.

Alles zwei Jahre Überprüfung der Position

Nach geltender Beschlusslage im GDV-Präsidium ist die Nachhaltigkeitspositionierung von Januar 2021 alle zwei Jahre zu überprüfen. Die Anpassung erfolgte auf Basis der Erfahrungen der Unternehmen mit der Umsetzung, dem Nachhaltigkeitsbericht 2022 sowie der fortschreitenden öffentlichen Debatte. Die Beschlussfassung erfolgte auf Basis der Ergebnisse von Beratungen in einer Arbeitsgruppe, die ihre Empfehlungen in der zweiten Jahreshälfte 2022 erarbeitet hat.

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